11/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Matt

Polit. Gem. GL, mittleres der drei Sernftaler Dörfer, am Eingang zum Krauchtal gelegen, mit der Höhensiedlung Weissenberge. 1273 Mattun. 1777 257 männl. Glarner Bürger; 1850 659 Einw.; 1900 690; 1950 622; 2000 381. Zwischen 1261 und 1273 baute M. mit Erlaubnis der Äbtissin von Säckingen eine Kapelle, die 1273 zur Pfarrkirche des Tals erhoben wurde und heute als ref. Kirche für M. und Engi dient. 1528 kam es während der Amtszeit (1527-30) des Zwinglifreunds Fridolin Brunner zum Bildersturm. M. bildete zusammen mit dem Dorf Engi den Wahltagwen M., der ab 1603 M.-Engi hiess. Die auf Selbstversorgung ausgerichtete Landwirtschaft hielt sich besonders lang in den Weissenbergen. 1767 ist der Bau von Säge, Mühle und Stampfe bezeugt. In M. wurde schon im 17. Jh. Schule gehalten. Im 18. und 19. Jh. führten manche Pfarrer Privatschulen. Die 1867 gegr. Spinnerei der Fam. Spälty stellte 1967 ihren Betrieb ein und wird heute als Truppenunterkunft für bis zu 500 Soldaten genutzt. 1905 erhielt M. durch die Sernftalbahn und 1969 durch einen Busbetrieb Anschluss ans öffentl. Verkehrsnetz. Seit 1967 verbindet eine Luftseilbahn die Weissenberge mit M. Zu Beginn des 21. Jh. produziert die Landwirtschaft fast ausschliesslich Milch. In den Weissenbergen besteht ein bescheidenes Tourismusgewerbe. Ab 1861 war M. Sitz der Sernftaler Sekundarschule, seit Mitte der 1970er Jahre ist es Schulort der gesamten Oberstufe des Tals, während die Primarschüler von M. die Schule in Engi besuchen. Ab 1887 bildete M. eine eigene Wahlgemeinde. 1989 wurde M. mit den Gem. Engi und Elm zum Gesamtwahlkreis Sernftal zusammengelegt. 2005 stellte der 1. Sektor einen Viertel der Arbeitsplätze.


Literatur
– R. Zwicky, «Aus den 700 Jahren der Matter Kirche», in Neujahrsbote für das Glarner Hinterland, 1975, 7-28

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach