Lebern

Um 1400-1798 solothurn. Landvogtei, ab 1798 Teil des Distrikts Biberist, seit 1831 Bez. des Kt. Solothurn. Im MA bezeichnete L. auch die erste Jurakette zwischen Genf und Windisch. Bern beschloss 1815 nach der Übernahme des Fürstbistums Basel, das neue Gebiet Lebergische Ämter zu nennen. Der Begriff wurde damals auch als Äquivalent für das franz. Wort Jura verwendet. Der Bez. L. erstreckt sich am Jurasüdhang über 117,8 km2 und umfasst 16 Gemeinden. 1800 5'755 Einw.; 1850 8'020; 1900 14'544; 1950 27'817; 2000 42'008. L. besteht historisch aus den ehem. inneren Vogteien L. (mit Grenchen, Bettlach, Selzach und Lommiswil) und Flumenthal (letztere kam 1798 zu L. bzw. zum Distrikt Biberist). Das Gebiet gelangte etappenweise zu Solothurn: 1388 bzw. 1393 Grenchen, das vorher zur Herrschaft Büren gehört hatte, 1389 die Herrschaft Altreu (beide in der ehem. Grafschaft Neuenburg) und 1411 Balm, das ab ca. 1490 Flumenthal genannt wurde. Zwei Siedlungen sind abgegangen: Wedelswil bei St. Niklaus und Gurzelen zwischen Solothurn und Bellach. Aus der Zeit vor 1600 datieren die Pfarreien von Grenchen, Selzach, Oberdorf und Flumenthal. Vor 1601 sind Schulen in Grenchen und Oberdorf bezeugt. Mühlen gab es in Grenchen und Selzach. Ab Mitte des 19. Jh. siedelten sich die Uhrenindustrie, ein Betrieb für chirurg. Instrumente, die Cellulose Attisholz und das Kraftwerk Flumenthal an. 2002 wurde die Autobahn A5 Solothurn-Biel eröffnet.


Literatur
– F. Eggenschwiler, Die territoriale Entwicklung des Kt. Solothurn, 1916
SolGesch. 1-3
– U. Wiesli, Geographie des Kt. Solothurn, 1969
– R.M. Kully, Solothurn. Ortsnamen, 2003, 101-110

Autorin/Autor: Othmar Noser