16/07/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Luchsingen

Polit. Gem. GL, im Glarner Hinterland auf der linken Seite des Grosstals gelegen. Sie umfasst das Dorf L. mit dem Weiler Adlenbach und der Ferienhaussiedlung Schlatt sowie seit 2004 auch die ehem. Gem. Hätzingen und Diesbach (GL). Mit Nidfurn und Leuggelbach bildet L. den Eschentagwen. 1274 Luchsingen. 1850 652 Einw.; 1900 789; 1950 768; 2000 592. Bis 1395 war L. gegenüber dem Kloster Säckingen abgabenpflichtig. Mit den Nachbargemeinden bestand eine 1496 erstmals erw. Holzgenossenschaft. 1735 und 1882 kam es zu Waldteilungen. L. war erst nach Glarus, ab 1349 nach Schwanden kirchgenössig, Adlenbach vom 14. Jh. bis 1868 nach Betschwanden. 1528 wurde L. mehrheitlich reformiert, ab 1752 besass es eine eigene Kirche. Im 16. und 17. Jh. gab es in der Bächibachschlucht ein Heilbad. Im 18. Jh. bildete die Handspinnerei den Haupterwerbszweig. Die im 19. Jh. eingeführten Industriebetriebe, die Spinnerei und Weberei Jenny (1828/1843-1938) sowie die Kartonfabrik Tschudi (1880-1966), gingen in der Mitte des 20. Jh. ein. 1937 wurde die kath. Kirche, 1841 das Primar- und 1975 das Realschulhaus erbaut. Adlenbachs Holzhäuser stehen seit 1972 unter Denkmalschutz. Mit der Gemeindefusion 2004 wurden die Ortsgem. L. und Hätzingen, die Gem. Diesbach, die Schulgem. Hätzingen-L. und die Fürsorgegem. Hätzingen zur neuen Gem. L. (Einheitsgem.) zusammengeschlossen.


Literatur
– G. Heer, «L. und der Eschentagwen», in JbGL 27, 1892, 8-57
– H. Blumer, Heimatkunde von L., 21945

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach