24/06/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken

Churrätisches Reichsgutsurbar

Von Aegidius Tschudi fragmentarisch überliefertes Verzeichnis der Güter (Kirchen, Königsgut und Lehen mit umfangreichen Pertinenzen) und Rechte (Königszins, Abgaben von den Verkehrseinrichtungen und Bergwerken) des Reichs in Churrätien, gegliedert nach Ministerien. Eingefügt ist ein analoges Verzeichnis der Abtei Pfäfers. Sprachl. und sachl. Argumente sprechen für eine Entstehung des C.s um 840, am ehesten als Descriptio im Hinblick auf die Reichsteilung von Verdun 843. Als eines der wenigen erhaltenen karoling. Urbare ist das C. eine wichtige Quelle zur allg. und rät. Verfassungs-, Kirchen-, Verkehrs-, Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte, wegen der vielen Erstnennungen auch eine wichtige Quelle zur frühma. Ortsnamenforschung.


Literatur
– O.P. Clavadetscher, «Zum C. aus der Karolingerzeit», in ZSG 30, 1950, 161-197
– O.P. Clavadetscher, «Das C. als Qu. zur Gesch. des Vertrags von Verdun», in ZRG GA 70, 1953, 1-63
– O.P. Clavadetscher, «Nochmals zum C. aus der Mitte des 9. Jh.», in ZRG GA 76, 1959, 319-328

Autorin/Autor: Otto Paul Clavadetscher