Balmberg

Felsenkessel und Juraübergang in der polit. Gem. Balm bei Günsberg SO. Der Wald und das Weideland im Quellgebiet der Siggern, heute ein Naherholungsgebiet, wurde vom 16. Jh. an allmähl. erschlossen. Nach der Auflösung des urspr. Erblehens im Besitz der Fam. Lysser gingen die einzelnen Güter an solothurn. Patrizier über. Im 19. Jh. bestanden sechs Sennberge; heute sind es drei Höfe und zwei Sömmerungsbetriebe. Auf dem Oberbalmberg entstand gegen 1900 ein Kurhaus, das 1920 an den Kantonalverband Solothurn. Krankenkassen überging: Dieser errichtete die Stiftung Erholungsheim Oberbalmberg. Das 1922 erbaute Kinderheim (ab 1934 mit Bergschule) wich 1939 einem Neubau. Beide Institutionen gingen 1985 an eine private Kollektivges. über. Das 1960 errichtete Bildungs- und Ferienheim des kant. Gewerkschaftskartells dient heute als Unterkunft für Asylbewerber. Vom 16. bis 19. Jh. wurde Gips abgebaut (1786 Gipsmühle von Roll, in den 1880er Jahren Gipsfabrik J. Sieber). Die Passstrasse über den B. (1078 m) verbindet Günsberg und Welschenrohr. Der erstmals 1574 erw. Weg (ab 1703 mit Zollstätte) von Balm aus ("Märitweg", nordseitig "Sagengass") wurde 1898-1900 als Kantonsstrasse neu angelegt. 1936-41 erfolgte der Bau der heutigen Strasse. Seit 1945 besteht ein Postautokurs ab Solothurn, seit 1963 ein Skiliftbetrieb.


Literatur
Jurabl. 17, 1955, 161-190
– H. Leist, «Stiftung Erholungsheim», in 75 Jahre Kantonalverband Solothurn. Krankenkassen 1912-87, 1987

Autorin/Autor: Max Banholzer