Allerheiligenberg

Teil der polit. Gem. Hägendorf SO. 1544 baute Lienhard Studer auf Rodungsland den Hoffe zu Berkiswyl. Der 1261 erstmals erw. Name bezeichnete das Hägendorfer Einzelhofgebiet nördl. von Homberg, Burgerrain und Eihölzli. Ende des 17. Jh. kaufte der Solothurner Patrizier Johann Carl Grimm den Hof Berkiswil samt Asp und Wuesthof, baute 1697 das Herrenhaus und die Kapelle zu Ehren Marias und aller Heiligen. Für den Wallfahrtsort wurde der Name A. gebräuchlich. 1780 wurde der Grimmsche Sennberg versteigert und aufgeteilt. 1867 erwarb die Bürgergem. Olten den Hof A. Der Oltner Arzt Adolf Christen initiierte ein Sanatorium zur Tuberkulose-Bekämpfung. 1906 kaufte die Gemeinnützige Ges. des Kt. Solothurn einen Teil des A.s. 1907-10 erfolgten der Abbruch von Herrenhaus und Kapelle, der Bau von Fahrstrasse, Sanatorium (100 Betten), Pächterhaus, Wirtschaft und Ökonomiegebäuden. 1931 folgte das Kinderhaus (55 Betten). Nach dem Rückgang der Tuberkulose wurde A. 1968 Mehrzweckheilstätte, 1980 nach einem Um- und Neubau kant. Lungen- und Nachsorgeklinik. Vorlagen der Regierung, die Klinik aus Spargründen zu schliessen, wurden 1995 und 1999 vom Volk abgelehnt.


Literatur
– P. Hofer, Das vergessene Berkiswil, 1961
– M. Wyss, A., 1910-1985, 1985
– E. Meyer, «Der A. und seine Kapelle», in Jurabl. 49, 1987, 49-56

Autorin/Autor: Hans A. Sigrist