Allerheiligen (SO)

Weiler in der polit. Gem. Grenchen SO, oberhalb Grenchens am Übergang zu den französischspr. Juradörfern gelegen (franz. früher Tous-Saints). 1796 7 Haushaltungen mit 48 Einw. Nach der Aufhebung der Wallfahrt im ref. Oberbüren (Gem. Büren an der Aare) entwickelte sich A. zum Wallfahrtsort. Die Kapelle aus dem 16. Jh. erfuhr 1682-83 (drei Barockaltäre) und 1754 (Seitenkapelle mit Rokoko-Altar) Erweiterungen. 1689 stiftete Johann Theobald Hartmann, Chorherr von St. Ursen, eine Pfründe für den Kaplan und einen Helfer. Wegen der Einmischung des Prämonstratensergenerals scheiterte 1695 das Projekt, auf A. eine Filiale des mit Solothurn verburgrechteten Klosters Bellelay einzurichten. Am 2.3.1798 war A. Einfallsort der franz. Truppen. 1807 wurde die Kaplanei eingestellt, 1869 A. mit der Pfarrei Grenchen vereinigt. 1864 entdeckten und entfernten Franz Anton Zetter und Frank Buchser in der Kapelle eine Madonna von Hans Holbein d.J. von 1522 (Kunstmuseum Solothurn). 1895-1902 hielten die Grenchner Christkatholiken in A. ihre Gottesdienste ab.


Literatur
– W. Strub, Heimatbuch Grenchen, 1949, 695-706

Autorin/Autor: Urs Zurschmiede