Murg

Orts- und Pfarrgem. der polit. Gem. Quarten SG, am Südufer des Walensees auf einem Schwemmkegel des Murgbachs gelegen. 1045 Murga. 1835 315 Einw.; 1930 963; 1990 807; 2004 707. M. gehörte vor 1438 zur österr. Herrschaft Windegg, danach zur Landvogtei Gaster. Grundherrlich und kirchlich unterstand es dem Stift Schänis. 1493 Weihe der St.-Bartholomäus-Kapelle und Anschluss an Quarten. 1734 aufgrund einer Stiftung der Dorfgenossen selbstständige Pfarrei, 1760 Bau der Dorfkirche, 1975 Neubau mit Pfarreizentrum. Die Genosssame M. ist im 16. Jh. greifbar (1502 Bannholzbrief, 1532 Allmendbrief und Alpordnung). 1803 kam M. zur polit. Gemeinde Quarten. 1450 Eisenschmiede erwähnt, 1632-54 Schmelzofen des Gonzenbergwerks am Murgbach in Betrieb. 1834-35 Bau der Spinnerei M., der ältesten Baumwollspinnerei des Sarganserlandes (1996 Betrieb eingestellt). 1909 Gründung des Elektrizitätswerks M. durch die Ortsgemeinde. Nach wie vor besitzen die Ortsbürger Boden, Wälder und Alpen bis zu den Murgseen (Naturschutzgebiet).


Literatur
– L. Pfiffner, Quarten, 1971

Autorin/Autor: Paul Gubser