Montlingen

Dorf in der polit. Gem. Oberriet (SG), am Rhein gelegen, mit eigener Schul-, Orts- und Kirchgem., Letztere umfasst auch Eichenwies. 842/845 Monticulus, 1155 Montigels. 1680 353 Einw.; 1798 710; 1900 973; 1980 1'511; 2000 1'690. Die 1217 erw., 1504-06 neu gebaute und 1673-74 erweiterte Kirche Johannes der Täufer war die religiöse Mitte des Reichshofs Kriessern. Dieser unterstand ab 1486 der Abtei St. Gallen, die Kollatur bis 1773 den Gf. von Hohenems. Um 1720 wurde die erste Schule gegründet. Die meisten alten Ortsteile lagen in lockerer Hofraumstruktur (Bebauungsart mit Innenhöfen und Freiflächen zwischen den Gebäuden) in der Ebene vor dem Montlingerberg. Ihre Gefährdung durch Hochwasser ab 1750 und Grundwasseranstieg im 19. Jh. wurde mit einer Rhein- und Binnengewässerkorrektion behoben. Der Steinbruch zum Bau der Regulierungswerke ab 1862, die Maschinenstickerei ab 1875 und die 1876 erbaute Rheinbrücke brachten einen Wirtschaftsaufschwung, auf den ab 1920 eine Stagnation folgte. Zeichen erneuter Konjunktur ist das ab 1970 ausserhalb der Siedlung entstandene Industriegebiet Letzau.


Literatur
– P. Staerkle, Die Pfarrkirche St. Johann zu M., 1959
– A. Loser, Pfarrkirche St. Johannes der Täufer M., 1998

Autorin/Autor: Markus Kaiser