28/05/2008 | Rückmeldung | PDF | drucken

Haslen (GL)

Polit. Gem. GL, Strassendorf im Glarner Hinterland, auf der rechten Seite des Grosstals zwischen Hätzingen und Schwanden gelegen, seit 2006 die ehem. polit. Gem. Leuggelbach und Nidfurn umfassend, mit den Weilern Leu (früher Nesslau), Oberhaslen, Büel, Zussigen und Mülibächli. 1289 Burchard von Hasle. 1777 137 männl. Glarner Bürger; 1850 787 Einw.; 1900 766; 1950 769; 1980 489; 2000 649. H. gehörte ursprünglich zum Tagwen Nesselowe. Die Weiler Zussigen und Leu wurden im MA zusammen mit der Ortschaft H. zu einem Tagwen erhoben. Bis 1395 war H. dem Kloster Säckingen abgabenpflichtig. Ursprünglich nach Glarus, war H. nach dem Bau der Kirche Schwanden 1349 dorthin kirchgenössig. In Zussigen stand vor der Reformation eine St. Wendelinskapelle. Seit 1528 sind die Einwohner mehrheitlich reformiert. Schon im MA wurde neben Klein- auch Grossviehzucht betrieben. Mit Hätzingen, Luchsingen, Leuggelbach und Nidfurn bestand eine 1496 erstmals belegte Holzgenossenschaft. Waldteilungen wurden 1735 und 1800 vorgenommen. 1839 erfolgte der Bau des ersten, 1873 des heutigen Primarschulhauses. Zwischen 1887 und ca. 1900 wurde der Haslerbach verbaut. Neben versch. Gewerbebetrieben ist seit 1846 die mechan. Spinnerei und Weberei Jenny & Co. in H. angesiedelt. Die Alp- und Waldpflege bildeten wichtige Aufgaben der Gemeinde. 2000 waren noch nahezu zwei Drittel der Erwerbstätigen in H. im 2. Sektor beschäftigt. 1896 erfolgte die Loslösung aus dem Wahlkreis Diesbach. 1991 wurde der Primarschulkreis Nidfurn-H.-Leuggelbach gegründet.


Literatur
– I. Tschudy-Schümperlin, J. Winteler-Marty, «Glarner Gemeindewappen», in JbGL 50, 1941, 157
– J. Winteler, Das Land Glarus, 1945, 135
– P. Muhl, Chronik der Gem. H., 2000

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach