Kriessern

Dorf in der polit. Gem. Oberriet (SG) mit eigener Kirch-, Schul- und Ortsgemeinde. K. liegt in der Rheinebene; die alten Ortsteile folgen in lockerer Hofraumstruktur dem Talweg Oberriet-Au (SG). 1164 Criessa, 1229 Criesserun, 1274 Kriechseron. 1798 256 Einw.; 1900 620; 1980 1'171; 2000 1'468. K. war Zentrum des gleichnamigen ma. Reichshofs und gelangte 1486 mit diesem an den Abt von St. Gallen. Eine zu Montlingen gehörende Kapelle datiert aus dem SpätMA. Um 1730 erfolgte die Schulgründung, 1734 jene der kath. Pfarrei; neue Kirchen wurden 1767 und 1895-98 errichtet. Die Fruchtbarkeit des Schwemmlands bot die Grundlage für eine vielfältige landwirtschaftl. Nutzung, das Isenriet für Streuewirtschaft und Torfabbau. Ausserdem wurde Gewerbe betrieben, ab 1870 auch Maschinenstickerei. 1876 ersetzte eine Brücke den Fährbetrieb. Die nach 1750 erhöhte Hochwassergefahr und der im 19. Jh. auftretende Grundwasseranstieg wurden durch die Korrektion von Rhein und Binnengewässern gebannt. 1941-55 erfolgte die Melioration des Isenriets. Die Stickereikrise brachte ab 1920 wirtschaftl. Stagnation, die nach der Eröffnung der Autostrasse A13 einem Aufschwung wich.


Literatur
Der Hof K., bearb. von J. Hardegger, H. Wartmann, 1878
– W. Langenegger, Gesch. des Reichshofes K., 1979

Autorin/Autor: Markus Kaiser