Sax-Forstegg

Ma. und frühneuzeitl. Adelsherrschaft, 1615-1798 Zürcher Landvogtei, 1798-1803 Teil des Kt. Linth, 1803-31 des Bez. Sargans im Kt. St. Gallen, 1831-2002 des Bez. Werdenberg, heute Region Werdenberg. Das topografisch abwechslungsreiche Gebiet zwischen Rhein (445 m) und Alpstein (Kreuzberge, 2059 m) entspricht in etwa der heutigen polit. Gem. Sennwald. 1615 ca. 1'800 Einw.; 1741 2'266. Der Aufbau der Herrschaft der Frh. von Sax im Rheintal erfolgte im frühen 13. Jh. Bereits 1393 erfolgte der Verkauf der Herrschaft Hohensax an die Habsburger. 1517 umfasste die Herrschaft S. die Dörfer Sax, Frümsen, Salez, Haag, Sennwald (ab 1396) und die obere Lienz (1517). Die Frh. von Sax besassen in ihrer Herrschaft die hohe Gerichtsbarkeit und die Militärhoheit. Erst im 16. Jh. erreichten die Untertanen versch. Befreiungen von feudalen Lasten. 1564 wurde die ref. Lehre gegen den Widerstand von Haag definitiv eingeführt. Zürich erwarb die Herrschaft 1615 v.a. aus konfessionspolit. Gründen. Der Landvogt, der auf Schloss Forstegg residierte, wurde zuerst für sechs und ab 1717 für neun Jahre gewählt. Er war stets ein Zürcher und schlug dem Kl. Rat der Stadt Zürich drei Einheimische zur Wahl als Landammann vor. Dieser diente dem Landvogt in der Verwaltung und führte den Vorsitz im Zeit- und Blutgericht. Weitere Beamte waren Landschreiber, -weibel und Läufer. Landeshauptmann der rund 300 Waffenfähigen konnte der Landvogt selbst oder ein von ihm gewählter Offizier sein. V.a. im 18. Jh. litt die Herrschaft unter den Rheinüberschwemmungen. Die Bevölkerung lebte von der Vieh- und Pferdezucht sowie der Alpwirtschaft, zudem spielten das Speditionswesen und die Fremden Dienste eine Rolle. 1712 wanderten rund 200 Personen nach Ostpreussen aus.


Literatur
– H. Kreis, Die Freiherrschaft S. als zürcher. Landvogtei, 1923
– A.-M. Deplazes-Haefliger, Die Frh. von Sax und die Herren von Sax-Hohensax bis 1450, 1976

Autorin/Autor: Wolfgang Göldi