Diesbach (GL)

Ehemalige politische Gemeinde GL, seit 2011 Teil der neuen Gemeinde Glarus Süd. 2004-10 gehörte D. mit Hätzingen zu Luchsingen. Strassendorf im Glarner Hinterland, auf der rechten Seite des Grosstals zwischen Hätzingen und Betschwanden gelegen: D. auf dem Schuttkegel des Rufibachs, Dornhaus auf demjenigen des Diesbachs. Um 1350 Diesbach. 1837 466 Einw.; 1850 419; 1888 525; 1900 461; 1950 476; 2000 237. Bis 1395 war D. dem Kloster Säckingen abgabenpflichtig. Reste eines ma. Wohnturms am Bürgli in Dornhaus. Das ursprünglich nach Glarus, seit dem 14. Jh. nach Betschwanden kirchgenössige D. trat 1528 mehrheitlich zum ref. Glauben über. Schon im MA bestand neben Klein- auch Grossviehzucht. Bis zum Ende des 18. Jh. wurde Hanf zur Herstellung der halbwollenen Mätze angebaut. Im 18. Jh. war die Baumwollhandspinnerei bedeutendste Erwerbsquelle. 1773 liess der Unternehmer Adam Schiesser das Haus "zum Sunnezyt" mit Rokokostuckaturen der Gebrüder Moosbrugger erbauen. 1711-1835 wurde der Gemeindebesitz durch viele Güterkäufe erweitert. 1845-48 wanderte ein Siebtel der Einwohner wegen Armut aus. Zu Beginn des 19. Jh. war die Heimweberei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In D. entstand um die Mitte des 19. Jh. das bis nach 2000 tätige Textilunternehmen Legler & Co. AG. 1886 Bau des heutigen Schulhauses. 1984-2004 bildete D. einen Primarschulkreis mit Rüti und Betschwanden.


Literatur
– G. Heer, Bilder aus der Gesch. von D.-Dornhaus, 1891
– E. Knüsli, «Das Haus "zum Sunnezyt" in D.», in Neujahrsbote für das Glarner Hinterland 6, 1972, 7-29
– E. Knüsli, H.J. Streiff, «Das Thomas-Legler-Haus», in Neujahrsbote für das Glarner Hinterland 25, 1991, 135-139

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach