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Bilten

Ehemalige politische Gemeinde GL, seit 2011 mit Filzbach, Mollis, Mühlehorn, Näfels, Niederurnen, Oberurnen und Obstalden Teil der neuen Gemeinde Glarus Nord. Im nördlichsten Teil des Kantons am südl. Rand der Linthebene gelegen. Vom urspr. Strassendorf mit seinen Dorfteilen Ober-, Unterbilten und Rufi dehnt sich die Siedlung gegen den Linthkanal aus. An der Grenze zum Kt. Schwyz liegt der Weiler Ussbühl. Um 1050 Billitun. 1850 681 Einw.; 1900 555; 1950 706; 2000 1'882.

Das Gebiet war evtl. schon in röm. Zeit besiedelt. Teile von B. gehörten etwa ab Mitte des 11. Jh. zur Grundherrschaft des Klosters Schänis, wohin B. vom 12. Jh. an auch kirchgenössig war. Eine Papsturkunde von 1178 bestätigte die Besitzungen von Schänis in B. Die St. Katharinenkapelle unterhalb des Dorfes ist 1345 bezeugt. Bis zur Aufnahme in das Land Glarus, 1405/06 oder 1415, gehörte B. zum Gaster. Die Grundzinsen des Schäniser Stifts lösten die Dorfgenossen 1412 ab. 1528 trat die Mehrzahl der Einwohner zum ref. Glauben über und war in der Folge nach Niederurnen pfarrgenössig. 1607 wurde die Kirche B. geweiht, 1612 erfolgte die vollständige Ablösung von Schänis. Im 16.-18. Jh. nahm die Intensität der Alpnutzung einer wohl exportorientierten Grossviehzucht zu. Danach verlagerte sich das Gewicht allmählich auf die Milchwirtschaft. Als Denkmal von nationaler Bedeutung gilt die Giebelstube (mit Renaissancetäfer von 1618) des 1608 erbauten sog. Elsenerhauses. Im 18. Jh. kam B. eine gewisse Bedeutung als Glarner Zollstation zu. Die v.a. in der 2. Hälfte des 18. Jh. zunehmende Versumpfung der Linthebene förderte Krankheiten, welche erst die Linthkorrektion von 1807-23 beseitigte. 1839 entstand das erste Schulhaus, 1853 die Knabenerziehungsanstalt (1944 geschlossen) im Elsenerhaus. 1875 erhielt B. Anschluss an das Netz der Nordostbahn. 1887-1939 wurde der Biltener Bach verbaut, der zuvor wiederholt Verwüstungen angerichtet hatte. B. blieb bis zum Bau der Grossmetzgerei Kunz AG (1958, 1995 geschlossen) und der Dämm- und Verpackungsstofffirma Wannerit AG (1964) ein ländl. Ort mit einigen Gewerbebetrieben. Die gute Verkehrslage und der Anschluss an die A3 (1973) förderten den industriellen Aufschwung (1990 77% in B. Erwerbstätige im 2. Sektor). Seit 1976 ist die Abwasserreinigungsanlage für das Glarner Grosstal, Mittel- und Unterland sowie die sankt-gall. Gemeinden Weesen und Amden in Betrieb.


Literatur
– F. Winteler, Beitr. zur Biltner Gesch., 1973

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach