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Betschwanden

Ehemalige politische Gemeinde GL, seit 2011 mit Braunwald, Elm, Engi, Haslen, Linthal, Luchsingen, Matt, Mitlödi, Rüti, Schwanden (GL), Schwändi und Sool Teil der neuen Gemeinde Glarus Süd. Auf der rechten Talseite des Grosstals mit Dorfkern auf dem Schuttkegel des Diesbachs. 1240 in Beswando. 1692 123 Einw.; 1850 254; 1900 255; 1950 282; 1980 132; 2000 172. B. war bis 1395 dem Kloster Säckingen abgabepflichtig und ursprünglich nach Glarus kirchgenössig. Die im 14. Jh. im rom. Stil errichtete und mehrmals umgebaute Kirche wurde 1779-80 gegen Hochwasser geschützt, erhielt 1915 Jugendstil- und Neubarock-Elemente und wurde 1975-77 restauriert (2001 Aussenrenovation). Mit Hätzingen, Diesbach und Rüti bildet B. eine seit 1528 ref. Pfarrgemeinde, in welcher u.a. 1532-55 der Reformator Fridolin Brunner und 1866-1906 Gottfried Heer wirkten und zu der bis 1942 auch Braunwald gehörte. Land- und Alpwirtschaft (Alp Vorder Sand, Linthal, schon vor 1800 im Besitz des Tagwen) war bis ins 19. Jh. wichtigste Einnahmequelle. Die 1778 erbaute Mühle am Diesbach ist zum Gästehaus der Kirchgemeinde geworden. Aus einer 1843 eröffneten Spinnerei wurde 1910 ein Lagerhaus, aus diesem 1982 ein Textilchemiebetrieb. 1727 erhielt der Pfarrkreis B. eine Schule. Das 1844 erstellte Schulhaus diente den Oberschülern von Luchsingen bis Rüti, die Primarschule wurde in Diesbach besucht. 1984-2004 bildete B. mit Rüti und Diesbach, seither mit Rüti und Linthal einen Primarschulkreis; es ist zudem Teil des Oberstufenschulkreises Linthal bis Luchsingen. 1879 erhielt B. Anschluss an das Netz der Schweiz. Nordostbahn. 1978 wurde ein regionales Notschlachthaus eröffnet. Eine Umfahrung hat 1989 das Ortsbild bei der Kirche verändert. 1990 waren 67% der Erwerbstätigen Wegpendler, 17 der 27 in B. Beschäftigten arbeiteten im 3. Sektor.


Literatur
– J. Davatz, «Die ref. Kirche B.», in UKdm 29, 1978, 91-100

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach