• <b>Moudon (Vogtei, Bezirk)</b><br>Ausschnitt aus der Karte des Bernischen Staatsgebiets. Kolorierte Kupferplatte von  Thomas Schöpf,   1578 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Karten und Panoramen). Die südorientierte Karte zeigt den an der Broye gelegenen Teil der bernischen Vogtei von Montpreveyres (oben rechts) über Lucens (in der Mitte links) mit seinem Schloss bis Combremont-le-Petit (in der Mitte unten). Die rote Linie markiert die Grenze zu den Freiburger Vogteien.

Moudon (Vogtei, Bezirk)

1207-1536 savoy. Kastlanei, 1536-1798 bern. Landvogtei, 1798-1803 Bez. des Kt. Léman, 1803-2006 Bez. des Kt. Waadt. 1798 10'781 Einw.; 1900 11'176; 1960 9'307; 2000 12'190. 1011 trat Kg. Rudolf III. von Burgund die Grafschaft Waadt und damit auch das Gebiet M. an den Bf. von Lausanne ab. Dieser musste M. gegen Übergriffe des Gf. von Genf und des Hzg. von Zähringen verteidigen. 1207 erhielt Gf. Thomas von Savoyen M. von seinem Vetter, Kg. Philipp von Schwaben. Nach einer Fehde wurde es mit dem Vertrag von Burier 1219 als bischöfl. Lehen dem Savoyer übertragen, der in M. einen Kastlan einsetzte. Um 1263 schuf Gf. Pierre das Amt eines Vogts der Waadt, wodurch sich M. zum Verwaltungs- und Gerichtshauptort des Waadtlands entwickelte. Der Vogt war häufig gleichzeitig Kastlan. 1536 wurde Claude de Glâne, der letzte savoy. Vogt, in den Rang des Kastlans zurückversetzt. M. wurde fortan von einem Berner Landvogt, der ab 1542 auf Schloss Lucens residierte, verwaltet. Die Landvogtei zweiter Klasse gliederte sich in die sieben Kastlaneien M., Chapelle Vaudanne, Montpreveyres, Lucens, Villarzel, Granges und Combremont-le-Petit. Mehrere Herrschaften hatten daneben ihren eigenen Gerichtshof. Kirchlich gehörte M. zum Dekanat Vevey. In der Reformation wurden die 14 Pfarreien dem Kapitel Payerne angegliedert, mit Ausnahme von Chapelle, Démoret und Daillens. Der 1798 geschaffene Bez. M. umfasste Saint-Cierges, Bercher (ab 1803), Correvon (ab 1803) und Ogens, die zur Landvogtei Yverdon gehörten, sowie Montaubion-Chardonney und Peyres-Possens aus der Landvogtei Lausanne. Der Norden der Landvogtei M. wurde dem Bez. Payerne, der Süden dem Bez. Oron und die Enklave Daillens sowie Bettens dem Bez. Cossonay zugeteilt. 1960 ging die Gem. Bercher an Echallens über. Mit der Aufhebung des Bez. M. 2006 wurden die Kreise M. und Lucens in den Bez. Broye-Vully eingegliedert, jedoch ohne die Gem. Denezy und Neyruz-sur-M., die zusammen mit dem Kreis Saint-Cierges zum Bez. Gros-de-Vaud kamen. Bis Mitte des 20. Jh. war der Bezirk auf die Landwirtschaft ausgerichtet. Danach entwickelte sich die Industrie besonders in M. und Lucens rasch. Die 1888 errichtete Krankenstation M. wurde 1953 in ein Bezirksspital umgewandelt und diente ab 2001 als Alters- und Pflegeheim.

<b>Moudon (Vogtei, Bezirk)</b><br>Ausschnitt aus der Karte des Bernischen Staatsgebiets. Kolorierte Kupferplatte von  Thomas Schöpf,   1578 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Karten und Panoramen).<BR/>Die südorientierte Karte zeigt den an der Broye gelegenen Teil der bernischen Vogtei von Montpreveyres (oben rechts) über Lucens (in der Mitte links) mit seinem Schloss bis Combremont-le-Petit (in der Mitte unten). Die rote Linie markiert die Grenze zu den Freiburger Vogteien.<BR/>
Ausschnitt aus der Karte des Bernischen Staatsgebiets. Kolorierte Kupferplatte von Thomas Schöpf, 1578 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Karten und Panoramen).
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Literatur
– B. de Cérenville, C. Gilliard, M. sous le régime savoyard, 1929
– J. Faucherre, La Caisse d'épargne du district de M., 1972
– J. Boesch, La Révolution vaudoise de 1798 dans le bailliage de M., Liz. Lausanne, 1981

Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / CN