• <b>Morges (Vogtei, Bezirk)</b><br>Ausschnitt aus der südorientierten Karte des bernischen Staatsgebiets. Kolorierte Kupferplatte von  Thomas Schöpf,   1578 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Karten und Panoramen). Die Karte zeigt – von Saint-Sulpice und der Mündung der Venoge (links im Bild) bis zum Schloss Saint-Prex (rechts) – die im 17. Jahrhundert zur Vogtei Morges gehörenden Dörfer.

Morges (Vogtei, Bezirk)

1286-1536 savoy. Kastlanei, 1539-1798 bern. Vogtei, 1798-1803 Bez. des Kt. Léman, ab 1803 Bez. des Kt. Waadt. 1850 12'815 Einw., 1900 15'466, 1950 20'735, 2000 69'077. Von seinem Gründungsjahr 1286 an war M. Sitz einer Kastlanei, die sich bis Apples erstreckte und im Osten durch die Venoge begrenzt wurde. Im Osten des Gebiets befand sich ausserdem das Benediktinerpriorat Saint-Sulpice, im Westen das vom Domkapitel der Kathedrale Lausanne gegr. neue Städtchen Saint-Prex. Die Bewohner der Herrschaft, die Mollens, Lussy, Tolochenaz, Lully, Echichens, Lonay, Préverenges, Denges, Echandens und Bremblens umfasste, erhielten im MA gegen einen Beitrag an die Befestigungsanlagen in der Stadt M. das Zufluchtsrecht. Nach der Eroberung durch Bern 1536 wurde M. der grossen Vogtei Moudon angegliedert. 1539 wurde es eine eigene bern. Vogtei. Sie war mit 66 Gem. eine der grössten der Waadt und umfasste neun militär. Kreise, ein Vogteigericht, drei Kastlaneigerichte, 45 Gerichtshöfe lokaler Herren sowie 23 Konsistorien oder kirchl. Gerichte. Der 1798 geschaffene Bezirk umfasste 34 Gem., die sich auf die vier Kreise Colombier, Ecublens, M. und Villars-sous-Yens verteilten. Durch die Neuschaffung des Bez. M. 2006 gingen fünf Gem. an den Bez. Lausanne-West, doch kamen zu den 29 verbleibenden Gem. des Bez. M. noch 22 des Bez. Cossonay, 14 des Bez. Aubonne und 1 des Bez. Rolle hinzu, so dass zwischen der Venoge und der Aubonne bzw. dem Jurafuss und dem Genfersee insgesamt wieder 66 Gem. zum Bez. M. gehörten. In der von Rebbau und Landwirtschaft geprägten Region bildet M. den einzigen städt. Kern. Seit den 1950er Jahren verzeichnet der Bezirk ein starkes Bevölkerungswachstum. Parallel entwickelten sich dank der Nähe zur Agglomeration Lausanne wichtige Wohngebiete.

<b>Morges (Vogtei, Bezirk)</b><br>Ausschnitt aus der südorientierten Karte des bernischen Staatsgebiets. Kolorierte Kupferplatte von  Thomas Schöpf,   1578 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Karten und Panoramen).<BR/>Die Karte zeigt – von Saint-Sulpice und der Mündung der Venoge (links im Bild) bis zum Schloss Saint-Prex (rechts) – die im 17. Jahrhundert zur Vogtei Morges gehörenden Dörfer.<BR/><BR/>
Ausschnitt aus der südorientierten Karte des bernischen Staatsgebiets. Kolorierte Kupferplatte von Thomas Schöpf, 1578 (Zentralbibliothek Zürich, Abteilung Karten und Panoramen).
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Literatur
– A. Fink, «Les institutions bernoises de 1536 à 1786 et l'organisation du bailliage de M.», in Helvetia, 1971, 101-107, 135-340
– M. Pahud, L'insurrection des Bourla-Papey (1802), Liz. Lausanne, 2005

Autorin/Autor: Paul Bissegger / CN