Aazheim

Hof und ehem. Siedlung mit Kirche und grossem Landbesitz im westl. Teil der polit. Gem. Neuhausen am Rheinfall SH. 1304 Azhain. Mauerreste aus röm. Zeit. Im 14. Jh. besassen die Herren von Tengen und versch. adlige Bürgergeschlechter von Schaffhausen Güter in A., darunter von Beginn des 15. Jh. an v.a. das Geschlecht Im Thurn, das auch die Vogteiherrschaft innehatte. 1429 wurde A. durch das Heiliggeist-Spital in Schaffhausen erworben. Während des SpätMA geriet die Siedlung in Abgang. 1535 wurde A. nicht mehr als Dorf, sondern als Hof bezeichnet. Dieser gelangte 1556 durch Kauf an das Kloster Rheinau. Schaffhausen behielt sich die niedere Gerichtsbarkeit und das Mannschaftsrecht vor. 1588-1601 wurden Ökonomie- und Wohngebäude durch die Rheinauer Äbte neu erbaut. Der Hof wurde zum Sommersitz (Wappentafel 1598, Kassettendecke mit Wappen 1601). 1838-39 kaufte ihn das Spital zurück. 1875 ging er an die Bürgergem., 1936 an die Einwohnergem. Schaffhausen über.


Literatur
Kdm SH 3, 1960, 146-150
– K. Schib, Wandlungen im ma. Siedlungsbild rund um Schaffhausen, 1970, 20-22

Autorin/Autor: Robert Pfaff