Berghof

Ehemalige Genossenschaft (nach 1780 Steuerbrief), später Gem. LU, 1836 aufgehoben. Die auch Hof oder Höfe am Berg genannte Gruppe von Weilern und Einzelhöfen liegt zwischen Sempacher- und Baldeggersee auf dem Hügelzug im Norden von Rothenburg. Zunächst den habsburg. Ämtern Sempach und Richensee zugeordnet, kam der B. mit Ludiswil als Dinghof und Tempikon als Gerichtsstätte im 14. Jh. unter die Vogtei Rothenburgs und mit dieser 1395/1415 an Luzern. Bis 1798 blieb sie Teil der Landvogtei Rothenburg. Im MA hatten zahlreiche geistl. Institutionen Grundbesitz. Wichtigstes kirchl. Zentrum war die Pfarrkirche Römerswil, in Hildisrieden stand eine Kapelle mit Kuratkaplanei (1516). Im SpätMA wurde der Ackerbau im Zelgensystem betrieben; ab dem 16. Jh. führten Einschläge zur Auflösung des Flurzwangs. 1799 wurden die Höfe in beschränkt autonome Munizipalitäten aufgeteilt und bildeten danach zusammen mit Neudorf das Gemeindegericht Hildisrieden. 1808-19 gehörte Ludigen als Exklave zur Gem. Münster (heute Beromünster). Durch Regierungsbeschluss vom 2.12.1836 wurde der B. in die Gem. Hildisrieden, Rain und Römerswil aufgeteilt.


Literatur
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– G.P. Marchal, Sempach 1386, 1986
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Stefan Jäggi