Meien

Teil der polit. Gem. Wassen UR, der mehrere Weiler entlang der Sustenstrasse umfasst. 1246 Moigion. 1799 308 Einw.; 1850 425; 1900 245; 1950 um 250; 1980 121; 2000 88. M. wurde im Früh- oder HochMA wohl vom Reusstal her von Alemannen besiedelt. Die 1520 erstmals erw. Kapelle St. Margaretha ist eine Filiale der Kirche von Wassen und hatte 1703-1998 einen ständigen Kaplan. M.s Bemühungen um eine Abkurung verliefen 1827-29 und 1916 erfolglos. Die Dorfschaft, deren besondere Rechte 1879 von Wassen aufgehoben wurden, verwaltete das Vermögen des Dorfs und der Kapelle selbstständig. Der Heuverkauf nach Wassen und die fremden Dienste ergänzten das Einkommen aus der Landwirtschaft. Mit der Eröffnung der Gotthardbahn 1882 setzte eine anhaltende Abwanderung aus M. ein. Seit 1913 mindern Aufforstungen und Verbauungen die Lawinengefahr. Nach 1933 entschuldete M. seine Liegenschaften. 1946 wurde die Strasse nach M. und über den Susten fertiggestellt, 1962-77 die Sanierung der Alpen durchgeführt. Die 1981 gegr. Interessengemeinschaft Pro Meien setzt sich dafür ein, dass die Ganzjahressiedlung erhalten bleibt. Trotzdem wurde 2003 der eigene Schulbetrieb eingestellt.


Literatur
– A. Bühler, Das Meiental im Kt. Uri, 1928
– C.F. Müller, Sustenstrasse und Meiental, 1946
– J. Schuler, "...da wo wir wohnen, da sollten nur die Füchse wohnen!": Talschaftsarbeit im Meiental, 2 Bde., Ms., 1983, (KBUR)
– A. Enderli, Das Meiental, Ms., 1986, (KBUR)

Autorin/Autor: Hans Stadler