Merlischachen

Dorf am Vierwaldstättersee in der polit. Gem. Küssnacht (SZ). 1168 Merlascachen. 2000 901 Einw. Ein Turm, dessen Reste 1909 abgetragen wurden, war vermutlich Sitz des Ministerialen Hartmann von M. Mit Luzern kam 1291 auch M. unter habsburg. Herrschaft. M. besass ein eigenes, Mitte des 14. Jh. abgefasstes Hofrecht. Inhaber der hohen und niederen Gerichtsbarkeit waren nacheinander Peter von Thorberg, 1362 Walter von Tottikon, die von Hunwil und Ulrich von Lütishofen, 1418 das Kloster Engelberg. Von diesem erwarb Schwyz 1440 für 60 rhein. Gulden die Herrschaftsrechte und vereinigte M. mit der Landschaft Küssnacht. In Wiesen, Wälder, Rebberge und Fischenzen teilten sich die Benediktinerklöster Luzern und Engelberg. Eine Kapelle besteht in M. seit 1450; sie wurde 1790 zur Kaplanei erhoben. Im gleichen Jahr erfolgte die Eröffnung einer Schule. 1925 entstand die neue Kirche (St. Jakob), 1980 das Pfarr-Rektorat. Seit 1935 besteht in M. eine Haltestelle der SBB. Der alte Dorfteil ist geprägt von traditionellen Schwyzerhäusern, Kleinoden ländl. Baukunst. Die Einwohner von M. sind v.a. in Landwirtschaft und Hotellerie tätig.


Literatur
– I. Hess, «Die Herrschaft M.», in Gfr. 82, 1927, 80-103
Qu. zur Gesch. der Landschaft Küssnacht am Rigi, 5 Bde., 1982-99

Autorin/Autor: Franz Wyrsch