• <b>Goldau</b><br>Der Bergsturz von 1806 vom Fuss der Rigi aus gesehen. Kolorierte Radierung von  David Alois Schmid (Schweizerische Nationalbibliothek, Sammlung Gugelmann). In der Bildmitte erhebt sich der Rossberg, von dem die Felsmassen abgerutscht sind. Ein Ausläufer der Schuttlawine reichte bis in den Lauerzersee (unten rechts), das Dorf Steinerberg (rechts) blieb verschont. Links im Hintergrund erkennt man den Zugersee.

Goldau

Ortschaft der polit. Gem. Arth SZ, auf dem Schuttgebiet des Bergsturzes von 1806 am Fuss der Rigi gelegen. 1306 Goltowe. 1860 434 Einw.; 1905 1'604; 2000 5'285. Die Gegend um G. dürfte schon im 11. Jh. besiedelt gewesen sein. Als Teil des grundherrl. Hofes Arth kam G. von den Lenzburgern an die Kyburger, dann an die Habsburger. In der Folge der Etablierung der Kirch- und Allmendgenossenschaft Arth um 1354 wurde der Raum G. Teil des alten Landes Schwyz. 1650-52 Bau einer grösseren Kapelle. 1702 Errichtung einer Kaplanei als Filiale von Arth. Der Bergsturz vom 2.9.1806 zerstörte G. und seine Umgebung ganz (102 Wohnhäuser und 220 Ställe verschüttet) und forderte 457 Tote. Erste Neubauten 1810, wobei das Pfrundhaus als Mehrzweckgebäude diente (Kapelle, Schulzimmer, Kaplanei-Wohnung). 1830-49 Kapellenneubau. Bis 1870 boten vorab die Landwirtschaft und der Rigi-Tourismus Arbeitsplätze. Neue Verdienstmöglichkeiten und den Anstoss zur Entwicklung eines neuen Dorfes im Schuttgebiet eröffnete der Bahnbau (ab 1875 Bau der Gotthard-Teilstrecke Immensee-Brunnen). 1878 wurde das erste Stationsgebäude in G. errichtet (unter dem Namen Arth-G.). Durch die Eröffnung der Südostbahn-Strecke G.-Pfäffikon 1891 und den Bau der Strecke G.-Zug 1897 entwickelte sich G. zum Eisenbahnknotenpunkt. Ab 1897 wurde ein neues Bahnhofgebäude gebaut, 1973-85 der ganze Bahnhof umfassend modernisiert. Nach Inbetriebnahme des "Arther Trämli" (1873-1959) von Arth nach Oberarth, später nach G., erfolgte 1873-75 der Bau der Rigibahn von G. auf den Rigi Kulm. 1897 erhielt die Rigibahn einen Anschluss an den neuen Bahnhof. In dieser Zeit entwickelte sich das Dorf rasant (1894 Schulhaus, 1900 erweitert, 1906-09 neue kath. Kirche als Bergsturzdenkmal). 1940 wurde G. eine selbstständige Pfarrei. Das Dorf ist Standort diverser Gewerbe- und Industriebetriebe (Eisen- und Metallbau, Eisenbahntechnik, Seilbahnbau der Garaventa AG), eines Natur- und Tierparks (seit 1925; 2003 378'000 Besucher) sowie des Bergsturzmuseums (seit 1966).

<b>Goldau</b><br>Der Bergsturz von 1806 vom Fuss der Rigi aus gesehen. Kolorierte Radierung von  David Alois Schmid (Schweizerische Nationalbibliothek, Sammlung Gugelmann).<BR/>In der Bildmitte erhebt sich der Rossberg, von dem die Felsmassen abgerutscht sind. Ein Ausläufer der Schuttlawine reichte bis in den Lauerzersee (unten rechts), das Dorf Steinerberg (rechts) blieb verschont. Links im Hintergrund erkennt man den Zugersee.<BR/>
Der Bergsturz von 1806 vom Fuss der Rigi aus gesehen. Kolorierte Radierung von David Alois Schmid (Schweizerische Nationalbibliothek, Sammlung Gugelmann).
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Literatur
– J.N. Zehnder, Der Goldauer Bergsturz, 31988
Gem. Arth, Information, 1994

Autorin/Autor: Andreas Meyerhans