Grinau [Grynau]

Turm und Schloss in der polit. Gem. Tuggen SZ, am Übergang über die Linth, an der Grenze zwischen Schwyz und St. Gallen. Der Bau des Turms (1253 super Chrineko, 1293 Heinrichen von Grinowe) erfolgte im frühen 13. Jh. unter den Gf. von Rapperswil. Von Habsburg-Laufenburg gelangte die Burg 1343 an die Toggenburger und 1437 an Schwyz. Bei der G. liess sich der Verkehr von der Ost- in die Innerschweiz sowie auf der Linth zwischen Zürich- und Walensee kontrollieren. Ein Schwyzer Schlossvogt verwaltete die Domäne samt Zoll, Fahr- und Brückengeldern. Mitte 17. Jh. wurde das Schloss G. erbaut, die Herrschaft an Johann Balthasar Kyd abgetreten. 1737 kaufte das Land Schwyz die G. zurück. Die Kämpfe zur Franzosenzeit 1799 und im Sonderbundskrieg weisen auf die strateg. Bedeutung der G. hin. Nach ihrer Nationalisierung z.Z. der Helvetik zog Schwyz die G. wieder an sich. Den Wechselfällen der Kantonstrennung und Prozessen um die 1848 aufgehobenen Zolleinnahmen folgte 1879 die Privatisierung der G. Der 1905 in Brand geratene Turm wurde wieder in Stand gesetzt. Der Ausbau von Strasse, Brücke, Kanal und Schloss von 1815 bis heute veränderte Funktion und Aussehen der G.


Quellen
QW I/1, 697; I/2, 56
Literatur
– A. Spiess, «Das Schloss Grynau», in MHVS 13, 1903, 25-66
– K. Michel, Grynau, 1987

Autorin/Autor: Kaspar Michel sen.