Rotkreuz

Hauptort der Gem. Risch ZG; 1817 57 Einw.; 1850 92; 1900 303; 1960 858; 1999 5'842; 2010 7'580. Bis in die 2. Hälfte des 19. Jh. Weiler am Weg nach Cham bzw. Honau, an der neuen, 1839-40 gebauten Landstrasse Zug-Luzern mit Strassenverbindungen nach Buonas (Fahr über den Zugersee), Risch (Pfarrkirche) und Meierskappel. 1808 wird eine Wirtschaft beim rothen Kreuz erwähnt. Gegen den Willen von Risch, das eine Station in der Unterrüti näher bei den alten Siedlungskernen favorisierte, wurde R. 1864 Haltestelle an der neuen Eisenbahnlinie Luzern-Zug-Zürich. Nach der Eröffnung der Südbahnstrecke Muri-R. 1881 bzw. R.-Immensee 1882, einer Zufahrtslinie zum Gotthard, entwickelte sich R. zum wichtigen Verkehrsknotenpunkt, der durch den Anschluss an die Autobahnen A4 und A14 1979 noch an Bedeutung gewann. R. wandelte sich zum Eisenbahndorf, in dem 1879 eine Schule sowie 1938 eine kath. Pfarrei eingerichtet wurde und in dessen Umkreis sich Gewerbe- und kleinere Industriebetriebe ansiedelten. Im 2. Weltkrieg baute hier die Ipsa (Industrie petrolifère SA) die erste schweiz. Erdölraffinerie und ein Extraktionswerk, das aus Kaffeesatz Öl und Heizmaterial gewann. In der 2. Hälfte des 20. Jh. erlebte R. ein rasches Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum unter Ansiedlung auch internat. Firmen, das durch die Knotenpunktfunktion des Autobahnanschlusses noch verstärkt wurde. R. wurde zum Zentrum der Gem. Risch, die bisher noch keinen Mittelpunkt hatte. Ab 1970 wurde mit Ortsplanungen versucht, das bis anhin unstrukturierte Wachstum der Siedlung zu ordnen und u.a. mit dem Bau eines Gemeindezentrums einen Ortskern zu formen.


Literatur
– R. Hediger, R., 1986

Autorin/Autor: Renato Morosoli