Tarentaise

Das Bistum T. wurde vor 450 als Suffraganbistum von Vienne errichtet. Es umfasste die Gegend westlich des Kl. St. Bernhard um den Ort Moûtiers-en-T., wo 517 die Kathedrale geweiht wurde. Als unter Karl dem Grossen die Reorganisation der Kirchenprovinzen im Frankenreich erfolgte, wurde T. gemäss dem Schema der Notitia Galliarum Metropolitankirche. Ab dem 9. Jh. nahmen ihre Vorsteher als Erzbischöfe an Konzilien teil. Zur gleichen Zeit galten die Bistümer Maurienne, Aosta und Sitten als Suffragane, allerdings erst ab dem 12. Jh. unumstritten. Im 13. Jh. waren die Beziehungen von T. zum Sittener Suffragan besonders eng: 1212-16 und 1275 erliess der Erzbischof Statuten für das Sittener Domkapitel, 1262 visitierte er es. Infolge der polit. Entwicklung, in der sich Sitten dem savoy. Einfluss entzog und der Eidgenossenschaft zuwandte, erreichte Bf. Matthäus Schiner von Papst Julius II. 1513 die Loslösung seiner Diözese aus dem Metropolitanverband von T. Das Erzbistum wurde 1793 aufgehoben, 1825 aber als Bistum wiederhergestellt.


Literatur
– E. Gilomen-Schenkel, «Das Bistum Sitten und die Ebf. von T.», in Vallesia 56, 2001, 339-342
HS I/5, 583-607

Autorin/Autor: Elsanne Gilomen-Schenkel