Reignier

Hauptort des gleichnamigen Kantons im franz. Dep. Haute-Savoie, auf einer fruchtbaren Terrasse oberhalb der Arve, am östl. Fuss des Salève gelegen. Seit 2007 R.-Esery. 1270 Rignie. 1743 1'045 Einw.; 1861 1'772; 1998 5'000; 2010 6'316. Der Dolmen La Pierre aux Fées, Gräber aus der Bronzezeit sowie Funde aus der galloröm. und burgund. Epoche weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Im MA besass das Priorat Saint-Victor in Genf, bei dem auch die Kollatur lag, ein Landgut in R., das nach der Reformation einigen Mönchen als Zufluchtsort diente. Die Herrschaft in R. teilten sich die Herren von Faucigny und die Gf. von Genf. Im Umland von R. gab es mehr als zehn befestigte Häuser. Während der Religionskriege wurden 1588-89 die Schlösser Boringe, Polinge und Soyrier sowie die Kirche von Saint-Romain zerstört. Die Pfarrei Saint-Romain wurde 1833 jener von R. angegliedert. Zur Zeit der Grande Zone, einer Freihandelszone, die 1860-1923 bestand und den grössten Teil des Dep. Haute-Savoie umfasste, unterhielt der Ort enge Wirtschaftsbeziehungen zu Genf. Zu Beginn des 21. Jh. war R. eine blühende Kleinstadt. 2010 arbeiteten 1'756 Grenzgänger im Kt. Genf.


Literatur
– J.M. Chevallier, Monographie de R., 1900

Autorin/Autor: Paul Guichonnet / ASCH