Bossey

Südlich von Genf gelegene Grenzgem. im Dep. Haute-Savoie (F), am westl. Fuss des Mont Salève. 1178 Bossye. 1867 wurde am Salève ein Abri aus dem Magdalénien entdeckt. B. gehörte dem Genfer Domkapitel Saint-Pierre und bildete eine Kirchgem. des Dekanats Vuillonnex. In der Reformationszeit eignete sich die Stadt Genf die Güter des Domkapitels an. Gleichzeitig wurde B. -- nun eine Enklave in savoy. Gebiet -- zu einer ref. Kirchgemeinde. Ihr war ab 1598 auch die Kirchgem. Neydens angegliedert, doch erklärte der Genfer Rat diese 1720 wieder für selbstständig, um eine zusätzl. Pfarrstelle in der Region zu schaffen. Dem Genfer Spital gehörte in B. ansehnl. Grundbesitz. Als Kind hielt sich Jean-Jacques Rousseau öfters in B. bei Pfarrer Lambercier auf. Der Turiner Vertrag (1754) sprach B. wieder Savoyen zu.


Literatur
Régeste genevois, 1866
– H. Heyer, L'Eglise de Genève, 1909

Autorin/Autor: Jacques Barrelet / MF