Sattel

Polit. Gem. SZ, Bez. Schwyz, die im Taleinschnitt der Steineraa liegt und neben dem Dorf S. auf einem Ausläufer des Morgartenbergs u.a. die Weiler Schornen, Mostel und Ecce Homo umfasst. 1342 an dem sattel. 1850 1'023 Einw.; 1900 928; 1910 827; 1950 997; 1980 1'027; 2000 1'402. S. verdankt seine Bedeutung der Verkehrslage an der Verzweigung der Achsen Schwyz-Zürichsee und Schwyz-Ägerisee. Als Teil des Viertels und der Kirchhöre Steinen orientierte sich S. lange Zeit nach Steinen. Im Raum Schornen fand 1315 das als Schlacht am Morgarten bekannte Aufeinandertreffen des Heers von Hzg. Leopold von Österreich und der Schwyzer statt. Der Letziturm in der Schornen ist 1322, Kapelle und Friedhof von S. sind 1349 bezeugt. In dieser Zeit wurde eine Kaplaneipfrund geschaffen. Von 1394 datiert ein Begehren der Kapellgenossen von S., sich von der Pfarrei Steinen zu trennen. Die endgültige Abkurung erfolgte allerdings erst 1598. Die Pfarrkirche (Patrozinien Peter und Paul) wurde 1717 neu gebaut, 1776-79 und 1941-42 vergrössert sowie 1999-2002 restauriert. Das Mitte des 17. Jh. zwischen S. und Steinen umstrittene Gebiet Ecce Homo gelangte 1665 an S. In Ecce Homo wurde 1667 eine Kapelle errichtet. Im Mai 1798 wurden die vom Ägerital her vorstossenden Franzosen in S. zurückgedrängt. 1805 wurde die Kantonsstrasse Steinen-S.-Rothenthurm vollendet, deren Bedeutung durch den Bau der Strecke Schwyz-S. (Schlagstrasse) 1859-64 aber abnahm. 1891 erhielt S. einen Anschluss ans Netz der Südostbahn. Noch 2005 spielten Landwirtschaft und Holzverarbeitung eine wichtige Rolle in der Gem., in der 44% der Erwerbstätigen im 1. Sektor arbeiteten. Der Tourismus (Skigebiet Hochstuckli seit den 1920er Jahren, Camping) erlebte in den 1990er Jahren mit Angeboten für den Tagestourismus eine Belebung. Dem 1995 eröffneten Rollerpark kommt gar internat. Bedeutung zu.


Literatur
– M. Inglin, Gem. S., 1981

Autorin/Autor: Andreas Meyerhans