Gurwolf

Polit. Gem. FR, Seebez., an der Strasse Murten-Freiburg. 1055 Corgivul, franz. Courgevaux. 1558-59 24 Haushaltungen; 1811 169 Einw.; 1850 293; 1888 497; 1900 490; 1941 384; 1950 427; 1970 709; 1980 662; 2000 903. Zweisprachiges Dorf (1950 48% franz. Muttersprache, 1990 30%; 1990 46% dt. Muttersprache, 2000 56%). Siedlungsspuren aus der Bronzezeit. Röm. Ziegelofen. Im 11. und 12. Jh. sind Adelige von G. erwähnt, welche vermutlich die ab dem 13. Jh. erw. Burg bewohnten. Das Schloss der Fam. von Diesbach in G. wurde 1684 erbaut, der Landsitz der Fam. von Herrenschwand 1688. Unter den Savoyern gehörte G. zur Herrschaft Murten, dann 1484-1798 zur gemeinen Herrschaft Murten. G. war Teil der Kirchgem. Merlach, die 1530 die Reformation annahm. Die Schule der Kirchgem. ist erstmals 1665 erwähnt. 1448 und 1726 Dorfbrände. Bis ins 19. Jh. wurden Reben angepflanzt, ab dem 17. Jh. Tabak. Dazu werden in G. Viehzucht und Ackerbau betrieben. Die 1945 gegr. Rastawerk AG, in der Schleifsteine und Trennscheiben hergestellt wurden, gab 2003 ihre Produktion in G. auf.


Literatur
– B. de Vevey, Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg, 1978, 90-92
Kdm FR 4, 1989, 93-112
– J.-L. Boisaubert et al., «Quinze années de fouilles sur le tracé de la RN 1 et ses abords», in ArS 15, 1992, 41-51

Autorin/Autor: Marianne Rolle / EJ