Morschach

Polit. Gem. SZ, Bez. Schwyz. M. liegt auf einer Gletschermoräne über dem Vierwaldstättersee. Auf dem Gebiet der Gem. liegt der Sommer- und Wintersportort Stoos. 1261 Morsacho. 1850 462 Einw.; 1900 518; 1950 587; 2000 958. M. gehörte zum Nidwässerviertel des alten Landes Schwyz. Ein spätma. Zeuge ist das 1318 erstellte Holzhaus Hintere Tannen am Weg von M. nach Sisikon. Bereits im MA bestand die Verbindung nach Schwyz über die Schwyzerhöhe. Vom sog. Ort, Landestelle am Urnersee, führt noch die ehem. Versorgungsroute zum Dorf M. Bereits im 9. Jh. entstand die erste Kirche. 1302 wurde die Pfarrei M. von der Grosspfarrei Schwyz abgekurt. Die heutige Pfarrkirche St. Gallus stammt von 1509 und wurde 1718-20 barockisiert. Die Kirche bildet mit Beinhaus, Bogen und dem Pfarrhaus aus dem 17. Jh. das Zentrum des Dorfes. 1804 folgte die kirchl. Trennung des Riemenstaldner Tals von M. Im 17. Jh. entstanden die dem hl. Nikolaus geweihte Kapelle in der Chämlezen und die Franz-Xaver-Kapelle sowie 1938-39 die Pallotinerkapelle. Nach dem Bau der Axenstrasse wurde 1866 eine Strasse von Brunnen nach M. erstellt, 1905-69 fuhr die elektr. Zahnradbahn Brunnen-M.-Axenstein. Mit Strasse und Bahn wurden die um 1880 erstellten (heute geschlossenen) Grand Hotel Axenstein und Palace Hotel Axenfels mit der Gotthardbahn verbunden. Das Ende der Belle Epoque brachte dem Ort einen Rückgang des Fremdenverkehrs, in jüngster Zeit erfolgte dessen Wiederaufschwung mit dem 1996 eröffneten Freizeit- und Wellnesszentrum Swiss Holiday Park. Das franziskan. Seminar und Bildungszentrum Mattli sowie das Pallotinerheim bieten weitere Arbeitsplätze. 2005 stammten 84% der Arbeitsplätze aus dem Dienstleistungssektor, 13% aus der Land-, Alp- und Forstwirtschaft.


Literatur
– G. Descœudres, «Die Ausgrabungen in der Pfarrkirche St. Gallus in M.», in MHVS 78, 1986, 189-246

Autorin/Autor: Josef Wiget