Vorderthal

Polit. Gem. SZ, Bez. March, auf der unteren Stufe des Wägitals vor dem Gr. Aubrig und dem Gugelberg gelegen. 1259 Wegental. Bis 1888 hiess die Gem. Vorderwäggithal. 1850 636 Einw.; 1900 746; 1941 1'016; 1950 930; 2000 988. Von der Pfarrei Wägital spaltete sich 1785 die Pfarrei V. ab; bereits 1778 war eine Pfarrkirche erbaut worden, 1882 wurde diese wesentlich vergrössert. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul und das stattl. Bauernhaus Hof bildeten das Zentrum des besiedelten Gebiets; erst gegen 1900 entwickelte sich eine bescheidene Strassensiedlung. Die schrittweise polit. Gemeindebildung wurde durch die Kantonsverfassung von 1848 bestätigt. Die Genossame blieb jedoch in gemeinsamer Verwaltung und Nutzung des ganzen Wägitals. Bis ins 20. Jh. war V. von der Land-, Forst- und Alpwirtschaft geprägt. Der Kraftwerkbau 1922-29 und die damit verbundene Anwesenheit zahlreicher auswärtiger Arbeiter brachte V. nicht nur einen wirtschaftl. Aufschwung, sondern bedeutete auch einen tiefen sozialen Eingriff. Die von Internierten während des 2. Weltkriegs gebaute Satteleggstrasse verband V. mit Einsiedeln sowie dem Sihltal und erschloss zudem ein weitläufiges Wandergebiet. In der 2. Hälfte des 20. Jh. entwickelten sich Handwerk und Gewerbe, v.a. Hoch- und Tiefbauunternehmen, Schreinereien und Zimmereibetriebe.


Archive
– StASZ, Landes-und Volkskunde
Literatur
Kdm SZ NF 2, 1989, 466-481

Autorin/Autor: Josef Wiget