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Oberglatt

Polit. Gem. ZH, Bez. Dielsdorf. Die Gem. mit dem Dorfkern von O. beidseits der Glatt grenzt ostwärts an den Pistenrand des Flughafens Zürich-Kloten und umfasst die Ortschaft Hofstetten. 1153-55 Obrunglate. 1467 30 Haushalte; 1634 274 Einw.; 1790 490; 1850 750; 1900 676; 1950 1'232; 1970 2'770; 2000 5'120. Grundherren in O. waren u.a. die Klöster St. Martin auf dem Zürichberg, St. Blasien und das Grossmünsterstift. Das Niedergericht wurde 1500 von Hans Meiss an die Kaplanbruderschaft des Grossmünsters verkauft und gelangte nach der Reformation an die Stadt Zürich. Als Teil der Grafschaft Kyburg kam O. 1424 zur Stadt Zürich. 1442 teilte die Stadt die Gebiete links der Glatt der Vogtei Neuamt zu, während die rechtsufrigen Teile an die Habsburger zurückfielen. Sie kamen 1452 aber erneut zur Stadt Zürich, die sie der Landvogtei Kyburg zuteilte. 1370 ist die Kapelle St. Moritz als Filiale von Bülach in O. erwähnt. 1482 wurde eine Pfrund für die Frühmesse gestiftet und ein Pfarrhaus gebaut. Seit 1521 ist O. eine eigene Pfarrei, trennte das Kirchengut aber erst 1819 von Bülach ab. 1658 und 1962 erfolgten Neubauten der Kirche. 1580 erhielt das Dorf einen Einzugsbrief. Die Gem. besass kaum Wald, aber rund 300 ha Weide- und Riedland. Die 1767 erstellte gedeckte Holzbrücke über die Glatt von Johannes Grubenmann liess O. 1950 nach Rümlang versetzen. 1877 erhielt das Dorf eine Bahnstation an der Eisenbahnlinie Zürich-Bülach und 1865 eine Verbindung nach Dielsdorf. Zu Beginn des 20. Jh. entstand ein neues Bahnhofquartier. Nach 1950 wurde O. in die Agglomeration Zürich einbezogen. Über 60% der Wohnungen entstanden in den 1970er Jahren oder später. 2000 waren rund 85% der in O. wohnhaften Erwerbstätigen Wegpendler. 2005 stellte der 2. Sektor 52% der Arbeitsplätze in der Gemeinde.


Quellen
SSRQ ZH 2/1
Literatur
Neue Chronik O., 1964-79

Autorin/Autor: Martin Illi