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Galgenen

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Polit. Gem. SZ, Bez. March. Die Gem. besteht aus dem Dorf G. und dem Dorfteil Siebnen-G. (westlich der Wägitaleraa liegender Teil der Ortschaft Siebnen) sowie den Siedlungen in Achern, Buechli, Stöckli und Steinweid; Schwerpunkte bilden das Dorf G. und Siebnen-G. 1229 Galgênne. 1850 1'343 Einw.; 1900 1'410; 1950 2'299; 2000 3'927. Für das 14. Jh. ist Besitz des Zürcher Fraumünsters im Raum G. nachgewiesen. Die Pfarrkirche St. Martin und Nikolaus wird 1275 erstmals erwähnt. 1472-75 wurde eine neue Kirche errichtet, die 1689 stark umgebaut wurde. Der Architekt Hans Konrad Stadler leitete 1822-26 den Bau der heutigen Kirche. Die Kollaturrechte von G. lagen 1355 bei Gottfried von Habsburg-Laufenburg, der sie 1358 den Hzg. von Österreich verkaufte. Aufgrund der Reichsacht über Hzg. Friedrich von Österreich zog Kg. Sigismund die Rechte wieder an sich und verlieh sie zwischen 1417 und 1424 Ital Reding dem Älteren von Schwyz. Die Pfarrpfründe blieb bis 1809 in den Händen der Fam. Reding, die ab 1707 auch den Geistlichen in G. stellte. 1809 erwarben die Kirchgenossen von G. die Kollaturrechte für 3'800 Gulden. 1362 erstmals erwähnt ist die an der alten Landstrasse (Obergasse) liegende St.-Jost-Kapelle, deren got. Wandmalereien noch erhalten sind. Sie wurde 1398 geweiht und 1622-23 umgebaut. Bis 1630 bestand eine Kaplaneipfründe mit Pfrundhaus bei der Kapelle. 1927 kam der Ortsteil Siebnen-G. trotz einigen Widerstands zur neuen Pfarrei Siebnen.

Auf dem Gemeindegebiet von G. lag ab dem 15. Jh. das Märchler Landessiechenhaus, das 1866 aufgehoben wurde. Der Bau der Kantonsstrasse Siebnen-Lachen um 1840 löste in dem stark landwirtschaftlich geprägten G. vorerst nur wenig Bautätigkeit aus. Erste Industriebetriebe waren eine Spinnerei und eine 1861-63 am Spreitenbach erbaute mechan. Baumwollweberei, in der um 1890 350 Webstühle in Betrieb waren. Um 2000 beschäftigten kleinere und mittlere Landwirtschaftsbetriebe ca. einen Zehntel der Erwerbstätigen; Gewerbe und Kleinindustrie dominierten (Zwirnerei, Möbelfabrik, Metallwarenfabrik, Grossägerei bis 2000). Schulzentrum ist heute der Ort Siebnen.


Literatur
Kdm SZ NF 2, 1989, 110-157

Autorin/Autor: Andreas Meyerhans