Salève

Bergrücken in Hochsavoyen an der franz.-schweiz. Grenze, der sich hinter der Stadt Genf erhebt. Der Hausberg der Genfer ist 1379 m hoch und bietet einen beeindruckenden Rundblick über schweiz. und franz. Gebiet (Kt. Genf, Genfersee, Jura bzw. savoy. Vorderland, Araviskette und Mont-Blanc). Die Genfer Seite des S. ist steil und felsig, die savoyische sanft abfallend. Im 4. Jh. monte Seleuco, 1209 Mons Salevus.

In mehreren Höhlen und Unterständen, die als Freilandstation Veyrier bekannt sind, jedoch auf dem Gemeindegebiet von Etrembières liegen, wurden Knochen und Werkzeuge aus Silex der Magdalénienkultur gefunden. Die Eisengewinnung auf dem S. begann vielleicht schon in der Eisenzeit; sie ist mit Sicherheit im 5.-6. und 12.-13. Jh. bezeugt. Bei einfachen Grabungen traten direkt unter der Oberfläche v.a. auf dem Bergrücken bei Les Treize Arbres, Grange-Gaby (1853 mit Grange-Passet von Ernest Naville gekauft), Faverges, Les Crêts und Le Pommier Holzkohlestücke und Rückstände aus der Metallverarbeitung zutage. Der Eisenabbau ist wahrscheinlich der Grund für die Entwaldung der entsprechenden Gebiete, bei den ehem. Erzgruben entstanden kleine Sümpfe. Seit 1830 werden Steinbrüche ausgebeutet, wobei das Material bis zur Mitte des Abhangs abgetragen wurde. Das franz. Umweltministerium plant nun, diesen Abbau einzuschränken. Ausserdem wurden Massnahmen zum Schutz der Alpweiden ergriffen.

Vom 18. Jh. an wurde der S. von zahlreichen Genfer Naturforschern erforscht und studiert, etwa 1779 von Horace Bénédict de Saussure. 1815 gründeten Henri-Albert Gosse und andere Gelehrte in Mornex, im Osten des Petit S., die Schweiz. Naturforschende Gesellschaft. Von 1892 bis 1937 verband eine Zahnradbahn Veyrier mit den Treize Arbres (1067 Höhenmeter), sie führte über Etrembières, Mornex und Monnetier (alle in Hochsavoyen). 1932 wurde sie durch eine Seilbahn ersetzt, die 1975-83 nicht in Betrieb war; Maurice Braillard errichtete die Berg- und die Talstation. 1936 wurde die Strasse Monnetier-La Croisette erbaut. Obwohl der S. ein Ausflugsziel war bzw. ist und Mornex ein bekannter Kurort war, fasste der Tourismus nie wirklich Fuss. 1933 verfügte Collonges-sous-S. über fünfzehn Hotels mit 247 Zimmern. Die zahlreichen Grotten, Höhlen und unterird. Flüsse des S. ziehen viele Höhlenforscher an. Bergsteiger, Kletterer (seit 1870), Wanderer (seit dem Ende des 19. Jh.) und Windsportler (seit 1972) suchen am S. Erholung.


Literatur
– A. Charpin et al., Le Grand Livre du S., 1988
– J.-C. Mayor, Légendes et visages du S., 1997
– A. Mélo, «Le district sidérurgique du S. (Haute-Savoie, France)», in Minaria Helvetica 21a, 2001, 65-69
– B. Lévy et al., Le tourisme à Genève, 2002

Autorin/Autor: Bertrand Lévy / PTO