Drei Pleven

D. benennt die ital. Kirchgem. (pievi) Dongo, Gravedona und Sorico am rechten oberen Comersee mit 21 zugehörigen Dörfern. Im 11. und 12. Jh. bildeten die tre Pievi ein autonomes Staatswesen nach röm.-republikan. Vorbild. Im 13. Jh. wurden sie in welf.-gibellin. Kämpfe verwickelt und in den Stadtstaat Como eingegliedert. Mitte des 14. Jh. gelangten sie an Mailand. Nach dem Wechsel der Herrschaft von den Visconti zu den Sforza 1450 waren während acht Jahren Bündner als commissari (Richter) eingesetzt. 1464 wurde der Handelsweg von Monte Dongo nach Bellinzona über den Passo San Jorio ausgebaut. In dessen nördl. Bereich und bei Dongo entdeckte man 1466 reiche Eisenerzminen. Mit dem Erwerb des Veltlins 1512 kamen die D. in den Bündner Herrschaftsbereich und waren bis 1525 Amtssitz eines Podestaten. Ab 1523 bedrohte Gian Giacomo Medici, Kastellan der Sforza auf der Burg Musso, die D. Im Laufe der Müsserkriege (1525, 1531) gingen sie endgültig an Mailand verloren. Nach dem 1. Mailänder Kapitulat von 1639 errichtete Spanien in Gravedona, Domaso und Gera Wochenmärkte, wo Bündner zollfrei Getreide einkaufen und ausführen konnten.


Literatur
– H. Bruppacher-Bodmer, «Die D. Dongo, Gravedona und Sorico am Comersee», in BM, 1931, 328-349

Autorin/Autor: Martin Bundi