12/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Feusisberg

Polit. Gem. SZ, Bez. Höfe. Weitläufige Bauerngemeinde mit den Dörfern F. und Schindellegi sowie einem Teil von Biberbrugg. 13. Jh. Berg, Uffenberg, im 16. Jh. Fessisskilch, 1590 Föussisberg. Das Hauptsiedlungsgebiet liegt auf einer vom Etzel überragten Terrasse über dem Zürichsee auf 600-800 m. 1743 649 Einw.; 1850 991; 1900 1'276; 1950 1'654; 2000 3'779 (davon mehr als zwei Drittel in Schindellegi).

Als Teil der Höfe unterstand F. der Grundherrschaft des Klosters Einsiedeln und ab 1440 der Schirmvogtei des Landes Schwyz. Bis 1492 gehörte F. zur Pfarrei Freienbach, besass aber eine Kapelle (1430 erw., Jakobspatrozinium) mit Friedhof. 1492/93 wurde das heutige Gemeindegebiet zur Pfarrei erhoben, wobei der Abt von Einsiedeln Kollator blieb. 1509 Weihe der ersten, 1785 der bestehenden barocken Pfarrkirche. F. lag am Pilgerweg nach Einsiedeln und Santiago de Compostela (Jakobsweg).

Im SpätMA prägte eine marktorientierte Vieh- und zunächst insbesondere Milchwirtschaft (z.T. auf sog. Schweigen) die Wirtschaftsstruktur v.a. der höheren Lagen von F. Bis zur Vereinigung der Bez. Wollerau und Pfäffikon 1848 verlief die politisch bedeutsame Grenze zwischen dem Hinteren und dem Vorderen Hof quer durch das Gemeindegebiet. Erst die Kantonsverfassung von 1848 übertrug der Kirchgemeinde auch polit. Aufgaben. Der Bau der Wädenswil-Einsiedeln-Bahn (Eröffnung 1877) mit einer Station in Schindellegi machte F. vorübergehend zum Luftkurort mit Hotels, Pensionen sowie einem Berggasthof mit Aussichtsturm auf Etzelkulm. Neue Impulse für das (Gast-)Gewerbe brachte 1968 die Eröffnung der A3: Die Bevölkerung wuchs rasch, und der Steuerfuss konnte deutlich gesenkt werden. Die Gemeindeverwaltung wurde 1996 von Schindellegi nach F. verlegt. Seither finden die Gemeindeversammlungen abwechslungsweise in einem der beiden Dörfer statt.


Literatur
Höfnerland - Höfnerlüüt, 1981

Autorin/Autor: Paul Wyrsch