Ruggell

Polit. Gem. FL, im Rheintal nordwestlich des Eschnerbergs gelegen. 933 a roncale. 1812 431 Einw.; 1901 449; 1945 588; 2000 1'744. Lappenbeil aus der Hallstattzeit, röm. Terra Sigillata und Münzdepot. 1317 ging R. als Teil der Herrschaft Schellenberg an die Gf. von Werdenberg-Heiligenberg-Bludenz über. 1437 kam es an die Frh. von Brandis, 1510 an die Gf. von Sulz, 1613 an die Gf. von Hohenems, 1699 an die Fürsten von Liechtenstein. In R. waren u.a. das Domkapitel und Kloster St. Luzi in Chur begütert. Die Eschnerberger Dorfschaften nutzten ihre Allmenden gemeinsam, bis diese im 15.-18. Jh. zwischen R. und den Nachbargem. aufgeteilt wurden. In dieser Zeit legten die Gem. auch ihre Rheinwuhrpflichten fest. Die 1617 erw. Kirche St. Fridolin wurde 1899 neu erstellt. R. war nach Bendern pfarrgenössig, bildete ab 1854 eine Kuratie und ab 1874 eine eigene Pfarrei. Die 1394 erw. Rheinfähre nach Salez gehörte den Landesherren, befand sich ab 1687 in Privat-, ab 1894 in Landesbesitz und wurde 1918 aufgehoben. Im 19. Jh. privatisierte R. seine Gemeingüter. 1949 erfolgte eine Güterzusammenlegung im Riet, von dem seit 1978 92 ha geschützt sind. Die 1929 gebaute Rheinbrücke wurde 1966 nach einem Brand neu errichtet.


Literatur
– A. Ospelt, 100 Jahre Pfarrei R., 1874-1974, 1974
Naturmonographie Ruggeller Riet, 1990
– J. Oehry, R. am Rhein, 1994

Autorin/Autor: Arthur Brunhart