Mauren (FL)

Polit. Gem. FL. Umfasst das Dorf M. am Osthang des Eschnerbergs sowie Schaanwald an der Strasse nach Feldkirch. 1178 Muron. 1784 435 Einw.; 1815 622; 1818 580; 1930 1'055; 1950 1'401; 1970 2'055; 1989 2'798; 2000 3'288. Bronzezeitl. Streufunde, röm. Gutshof bei Schaanwald. Grundherrl. Rechte und Kirchenpatronat der 1290/98 erw. Kirche St. Peter und Paul gehörten vorerst den Herren von Schellenberg. 1318 lag das Patronat bei einem Feldkircher Bürger, 1382-1610 bei der Johanniterkomturei Feldkirch, dann beim Kloster Weingarten, 1695-1918 bei der Stadt Feldkirch. Seither hat die Gem. M. das Pfarrwahlrecht. 1637-51 lebten geflüchtete Juden in Eschen und M., wo sich vermutlich Synagoge und Friedhof befanden. Die ca. 100-120 "Juden am Eschnerberg" lebten vom (Pferde-)Handel. Nach Aufhebung des gräfl. Schutzes löste sich ihre Gem. auf. 1761-1822 legten M., Eschen und Gamprin durch Aufteilung der gemeinsamen Güter die Gemeindegrenzen fest. Im frühen 19. Jh. begann die Ansiedlung in Schaanwald, da die Gem. im Dorf M. ein Hausbauverbot erlassen hatte. Den Haupterwerb bildeten bis ins 20. Jh. Acker- und Weinbau sowie die Viehzucht, ausserdem gab es neben dem Kleingewerbe auch Tagelöhner- und Saisonarbeit. Eine nennenswerte Industrie siedelte sich erst nach 1945 an. An der Grenze zu Vorarlberg gelegen, war M. stark nach Österreich orientiert und erhielt 1872 Anschluss an dessen Bahnlinie nach Buchs (SG). Seit dem Zollvertrag (1923) steht das schweiz. Zollamt bei Schaanwald. Der Ausländeranteil stieg von 1930 bis 2005 von 15% auf 38%. 2005 zählte M. 335 Betriebe mit 1'782 Beschäftigten.


Literatur
– J.B. Büchel, «Bilder aus der Gesch. von M.», in JbFL 15, 1915, 75-107; 16, 1916, 5-71
Kdm FL 1950, 255-267
– G. Malin, Kunstführer Fürstentum Liechtenstein, 1968 (21977)

Autorin/Autor: Arthur Brunhart