Jestetten

Dorf im Landkreis Waldshut (Baden-Württemberg), zwischen dem zürcher. Rafzerfeld und dem schaffhaus. Klettgau gelegen, seit 1973 mit Altenburg vereint. Nach 1225 im Cartular der Abtei Rheinau zum Jahr 871 erwähnt. 1049 Heidestat. 1800 ca. 600 Einw.; 1900 1'168; 1950 1'725; 2000 4'072. Im MA drei Burgen bzw. Burgtürme. J. gehörte im SpätMA hochgerichtlich zur Landgrafschaft Klettgau, die bis 1687 die Gf. von Sulz, dann bis 1806 die Fürsten von Schwarzenberg ausübten, niedergerichtlich zu einem Drittel (ab 1631 vollständig) zum Kloster Rheinau. Das Kloster hatte weitere grundherrl. Rechte und bis 1803 das Patronatsrecht über die Pfarrkirche inne. Mit der Eidgenossenschaft war J. ab 1455 aufgrund der eidg. Schirmherrschaft über das Kloster Rheinau sowie aufgrund des 1479 zwischen der Stadt Zürich und der klettgauischen Landesherrschaft geschlossenen Burgrechtsvertrags lose verbunden. 1803 bzw. 1812 kam J. als Teil des Klettgaus zum Grossherzogtum Baden. 1840-1935 war J. Teil des dt. Zollausschlussgebiets. 1897 wurde die Station J. an der Bahnlinie Eglisau-Schaffhausen eröffnet.


Literatur
– G. Jäger, J. und seine Umgebung, 1930
Das Jestetter Dorfbuch, hg. von K.-H. Jahnke, E. Danner, 2001

Autorin/Autor: Martin Illi