Dole

Stadt im franz. Dep. Jura. 2000 25'000 Einw. D. entstand um eine Burg der Gf. von Burgund auf einer Anhöhe über dem rechten Ufer des Doubs und wird Mitte des 11. Jh. erstmals erwähnt. Hier errichtete Ks. Friedrich I. Barbarossa um 1162 nach seiner Heirat mit Beatrix, Erbtochter des Gf. Rainald III. von Burgund (gestorben 1149), eine prächtige Residenz. 1274 gab Gräfin Alix von Meranien der Stadt eine Handfeste, welche das städt. Leben bis Ende des 15. Jh. bestimmte. 1384 fiel D. zusammen mit der Freigrafschaft Burgund an Philipp den Kühnen, Hzg. von Burgund. D. wurde Hauptstadt der Freigrafschaft, da Besançon, die andere grosse Stadt des Landes, Reichsstadt war. Ab 1386 tagte in D. das Parlament, der oberste Gerichtshof des Landes. 1422 begründete Hzg. Philipp der Gute eine Universität, welche für die Westschweiz, die selber keine höheren Schulen besass, die nächstgelegene war. Yverdon und Moudon suchten dort wiederholt Schulmeister für ihre Stadtschulen. Im Erbfolgekrieg nach dem Tod Karls des Kühnen wehrte sich die Stadt 1477 erbittert gegen die Franzosen. Bei einer zweiten Belagerung im Jahre 1479 fiel sie jedoch durch Verrat und wurde völlig zerstört. Die Greuel der Eroberung, bei der auf beiden Seiten eidg. Söldner beteiligt waren, lösten in der Eidgenossenschaft, insbesondere in Bern, Entrüstung aus. Während seiner Blütezeit hatte D. rund 900 Feuerstellen. 1493 kam die Stadt im Frieden von Senlis an das Haus Habsburg. 1636 widerstand sie hartnäckig einer franz. Belagerung. 1668 musste sie sich den Franzosen ergeben. Im Frieden von Aachen 1668 wurde die Stadt Spanien zurückgegeben, bevor sie zehn Jahre später im Frieden von Nijmegen endgültig an Frankreich fiel. Das Parlament wurde nach Besançon, der alten Rivalin, verlegt. 1691 verlor D. auch seine Universität. Bei der Aufteilung der Freigrafschaft in drei Departemente 1790 wurde Dole la Joyeuse nicht einmal mehr Departementshauptstadt.


Literatur
– J. Theurot et al., Histoire de D., 1982
LexMA 3, 1172 f.

Autorin/Autor: Ansgar Wildermann