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Niederhasli

Polit. Gem. ZH, Bez. Dielsdorf. Im unteren Glatttal, am Eingang ins Wehntal, mit den Dörfern N., Oberhasli, Mettmenhasli und Nassenwil sowie bis 1840 auch Niederglatt. 931 Hasila. 1634 502 Einw.; 1850 1'046; 1900 876; 1950 1'072; 1980 5'057; 2000 7'589. Wichtigste Grundherren des HochMA waren Frau- und Grossmünster sowie die Frh. von Hasli, deren Wohnturm vermutlich auf dem Erdhügel Burgerrain stand. Das Hochgericht gelangte als Teil der Reichsvogtei Zürich von den Lenzburgern über die Kyburger und Habsburger 1442 an die Stadt Zürich. 1442-1798 gehörte N. zur Obervogtei Neuamt. Offnung von 1427 unter dem Gerichtsherrn Heinrich von Rümlang. Im Alten Zürichkrieg wurde das Dorf 1443 gebrandschatzt, die Kirche zerstört. 1188 trennte sich die Bartholomäuskapelle in N. von Bülach; sie erscheint 1275 als Pfarrkirche. 1318 kam der Kirchensatz an das Kloster Wettingen. Die 1462-69 erbaute spätgot. Kirche war 1472 wieder Filiale von Bülach und löste sich erst nach der Reformation endgültig. 1581 gelangte der Kirchensatz an den Zürcher Rat. 1703 wurde die Kirche im Barockstil erweitert und umgebaut (neuer Turm), 1981-82 gemäss dem Zustand zu Beginn des 18. Jh. restauriert. Die aus dem 12. Jh. stammende Kapelle in Oberhasli wurde 1619 barockisiert. Eine kleine kath. Kirche entstand 1925. Von den ehem. vier Zivilgemeinden (Mettmenhasli und Nassenwil 1928 aufgehoben) bestehen heute noch N. und Oberhasli. 1798 kam N. zum Distrikt Regensberg, 1803 zum Bez. Bülach, 1815 zum Oberamt Regensberg und 1871 zum Bez. Dielsdorf. 1865 wurde die Station an der Bülach-Regensberg-Bahn eröffnet, 1877 die Verbindung Niederglatt-Otelfingen als Konkurrenz zur Nationalbahn in Betrieb genommen (1922 Haltestelle in Oberhasli, 1937 stillgelegt). Bis um 1950 dominierte die Landwirtschaft, die 2005 noch 5% der Arbeitsplätze der Gem. stellte. Eine starke bauliche Entwicklung erhöhte den Wohnungsbestand von 225 (1950) auf 3'850 (2008). 1941-2000 stieg die Zahl der Wegpendler von 83 auf 3'704. Seit 1966 besteht eine Bau- und Zonenordnung. 1965-75 entstand das grösste Tanklager der Schweiz.


Literatur
– F. Hauswirth, N., 1988

Autorin/Autor: Fritz Hauswirth