21/08/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Knonau (Gemeinde)

Polit. Gem. ZH, Bez. Affoltern. Dorf mit den Weilern Baregg und Uttenberg an der Grenze zum Kt. Zug. 1045 Chnonowa (Kopie), 1223 Knonowe. 1450 ca. 110 Einw.; 1634 226; 1750 359; 1850 594; 1900 529; 1950 649; 2000 1'445. In K. wurden ein röm. Gutshof und 1826 das frühma. Gräberfeld Binzegg gefunden. 1486 wurde erstmals ein Gasthaus erwähnt. Frühe Grund- und Zehntenbesitzer in K. waren die Klöster Schänis (1045 Kirche und Hof, später Meierhof) und Murbach-Luzern. Die Herrschaft über das Dorf war dreistufig. Hochgerichtlich gehörte K. erst zum habsburg. Amt Zug, ab 1415 zu Zürich. Die Vogtei mit einer Busskompetenz von mehr als drei Schilling war im 14. Jh. an die Zürcher Fam. Mülner, danach an die Herren von Rüssegg und Hünenberg verliehen. Bussen bis zu drei Schilling sprach der Meier des Klosters Schänis aus, d.h. ein Vertreter der 1363 in Zürich eingebürgerten Fam. Meyer von K. Der Zürcher Bürgermeister Johannes Meyer von K. kaufte 1398 die Vogtei K. und vereinigte damit alle niedergerichtl. Kompetenzen. 1508 löste die Stadt Zürich die lehensrechtl. Bindungen zwischen Schänis und der Fam. Meyer, die Bauern von K. mussten dem Kloster aber über die Reformation hinaus Grundabgaben leisten. Herrschaftsrechtl. Bestimmungen für das Dorf K. sind in den Offnungen der Vogtei K. von 1414 und des Klosters Schänis von 1461 enthalten. 1512 erwarb die Stadt Zürich die Rechte über K. und bildete mit der Landvogtei K. einen neuen Verwaltungskomplex. Das Schloss, Sitz des Landvogts, wurde wohl um 1525 errichtet. Die frühma. Kirche (8./9. Jh.) wich 1519 einem Neubau. Die Patronatsrechte lagen bis 1694 beim Kloster Schänis. 1836 zählte man in K. neben Landwirtschafts- und Handwerksbetrieben (drei Schmieden) über 30 Weberinnen. 1864 wurde die durch K. führende Bahnlinie Zürich-Zug eröffnet. Das Dorf entwickelte sich im 20. Jh. zur Pendlergemeinde der Agglomerationen Zürich und Zug. Zwei Drittel der Erwerbstätigen waren im Jahr 2000 Weg- und ein Fünftel Zupendler. K. liegt an der lange umstrittenen, sich seit 2002 im Bau befindenden Autobahn A4 durch das Knonauer Amt.


Archive
– StAZH, Zürcher Rechtsquellen, Ms.
Literatur
– B. Schneider, Gesch. der Gem. K., 1982
Das Knonauer Amt, 2005

Autorin/Autor: Martin Illi