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Bauen

Polit. Gem. UR, am westl. Ufer des Urnersees, mit einem Ortsbild von nationaler Bedeutung. Bis 1956 führten nur steile Fusswege zu den Nachbargemeinden. Um 1150 Bawen. 1799 115 Einw.; 1850 175; 1900 167; 1950 194; 1970 157; 2000 228. Im Hoch- und SpätMA hatten das Kloster Muri, die Herren von Küssnacht und danach das Lazariterhaus Seedorf Grundbesitz in B. Die Kapelle St. Idda, eine Filiale von Seedorf, ist 1360 erstmals erw. Im 16. Jh. wird ein Kapellenvogt genannt. 1696 erfolgte die Stiftung einer Kaplanei mit Schule, 1801 die Abkurung von Seedorf. 1808-12 entstand die neue, reich ausgestattete Kirche (1901 Denkmal für Alberik Zwyssig neben der Kirche). Die Ausbildung zur Gem. erfolgte erst nach der Abkurung. Landwirtschaft und Fischerei prägten die Wirtschaft. Alpen und Wälder werden bis heute teils gemeinsam mit Seelisberg und Isenthal genutzt. An der Isleten, dem Hafen- und Lagerort des Isentals, siedelte sich im 16. Jh. Gewerbe an (Eisenverarbeitung, Sägereien). Daraus entwickelte sich 1856 eine Papierfabrik, die 1873 von einer Sprengstofffabrik abgelöst wurde (1990 46% in B. Erwerbstätige im 2. Sektor). 1874 wurde die regelmässige Schiffverbindung nach B. eingeführt. 1952 war die Strasse von Seedorf bis Isleten, 1956 nach B. fertiggestellt. Seither sind viele Wohnvillen und Wochenendhäuser entstanden, Ausflugstourismus und Wassersport blühten auf. Die Ausscheidung von Einwohner- und Bürgergemeinde erfolgte 1946.


Literatur
Kdm UR 2, 1986, 317-358

Autorin/Autor: Hans Stadler