28/11/2006 | Rückmeldung | PDF | drucken

Hüttikon

Polit. Gem. ZH, Bez. Dielsdorf, im Furttal an der Grenze zum Kt. Aargau gelegen. Die Gem. umfasst neben dem Dorf H. auch den Weiler Hüttikerberg. 883 Huttinchova. 1634 71 Einw.; 1836 167; 1850 178; 1900 120; 1950 154; 1970 256; 2000 533. Um 1305 gehörte H. hoch- und niedergerichtlich zu Habsburg (Amt Siggenthal). Mit der Eroberung des Aargaus 1415 wurde es eidgenössisch und blieb bis 1798 Bestandteil der gemeinen Herrschaft bzw. der Landvogtei Baden. 1798-1803 zählte es zum helvet. Kt. Baden, 1803 wurde es Zürich zugeteilt. H. gehörte bis 1868 zur ref. Kirchgemeinde Würenlos, danach zu Otelfingen. Die Kirchgem. Otelfingen hatte sich zuvor lange geweigert, die arme Gem. H. aufzunehmen. Das "Stadtmannhaus" (dendrochronologisch datiert 1682) diente bis 1874 als Schulhaus; es ist der letzte strohbedeckte bäuerl. Mehrzweckbau im Kt. Zürich. 1845 gründete Johann Jakob Güller in H. eine Modellstecherei, aus der die heutige Gravier- und Prägeanstalt Güller Söhne AG hervorging. Dieser Fabrikbetrieb stellt u.a. amtl. Stempel und Schilder her. Das Wachstum in den letzten 30 Jahren des 20. Jh., das sich in neuen Einfamilienhausquartieren niederschlug, verdankt die ursprünglich bäuerl. Gemeinde dem Einbezug in die Agglomerationen von Zürich und Baden.


Literatur
– H. Hedinger, «H.», in Zürcher Chronik 2, 1962, 28 f.
Strohdach-Haus (Stadtmann-Haus), H., ZH, 1988
– A. Güller, Ortsgesch. Otelfingen, 1991, 238-240
– «Das Furttal im Spiegel seiner acht Gem.», in Heimatkundl. Vereinigung Furttal, Mitt. 23, 1994, 56-66

Autorin/Autor: Martin Illi