Grafenhausen

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Gem. Baden-Württemberg, Landkreis Waldshut, die am Ostrand des Schwarzwalds an der Schlücht liegt. 1095 Gravenhusin. 1939 1'181 Einw.; 1970 1'493; 2004 2'330. Wohl im 11. Jh. von den Gf. von Nellenburg angelegt, wurde G. noch vor 1095 dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen geschenkt. Um dieses Jahr erfolgte die Gründung einer cella in G., die 1096 der hl. Fides geweiht wurde. Die Gründung wird 1263 als monasterium, 1297 als dem Kloster Allerheiligen unterstellt und 1338 ausdrücklich als benediktin. Frauenkloster bezeichnet. 1285 wird G. erstmals stat genannt und als Stadt mit umgebendem Stadtgraben erscheint es noch bis Ende des 15. Jh. in den Quellen. Bis 1285 befand sich die Vogtei über Kloster und Stadt im Besitz der Gf. von Nellenburg, die sie in diesem Jahr an das Kloster Allerheiligen verpfändeten. Zwischenzeitlich in den Besitz der Schaffhauser Patrizierfam. Roth von Randenburg gelangt, wurde die Vogtei vom in G. ansässigen Eberhard Roth 1341 an das Allerheiligenkloster verkauft. Gegen Ende des 15. Jh. scheinen sowohl Kloster wie Stadt G. in Abgang geraten zu sein. Das Kloster Allerheiligen trat den Gf. von Lupfen als Landgf. von Stühlingen im Jahre 1530 die hohe und niedere Vogtei über G. samt Mannschaftsrecht, Zehnten und Kirchensatz ab, behielt sich jedoch den Besitz von drei Waldungen im Umkreis von G. vor, die noch heute als "Schaffhauser Wald" dem Kt. Schaffhausen gehören. Aus der Hand der Frh. von Mörsberg gelangte G. 1609 als lupfisches Erbe durch Verkauf an die Abtei St. Blasien und wurde damit Bestandteil der St. Blasischen Herrschaft Bonndorf im Schwarzwald. 1612 erwarb St. Blasien von den Erbmarschällen von Pappenheim als Landgf. von Stühlingen auch die hohe Gerichtsbarkeit über G. hinzu. 1806 kam die Ortschaft an das Grossherzogtum Baden.


Literatur
Topograph. Wb. des Grossherzogtums Baden 1, bearb. von A. Krieger, 21904, 743 f.
– K. Schib, «Kloster und Stadt G. im Schwarzwald», in Alemann. Jb. 10, 1962/63, 223-238
– H. Maurer, Das Land zwischen Schwarzwald und Randen im frühen und hohen MA, 1965, 87-95
Das Land Baden-Württemberg 6, 1982, 1004-1006

Autorin/Autor: Helmut Maurer