25/06/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Alberswil

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Am westl. Rand der Ebene des Wauwilermooses gelegenes Strassendorf. Zur nach Ettiswil pfarrgenössigen Gem. gehören auch Burg und Schloss Kasteln sowie der Weiler Burgrain. Um 1220 Alberswile. Um 1695 ca. 198 Einw.; 1798 279; 1816 397; 1850 429; 1900 439; 1950 403; 2000 523.

Der Twing A. teilte vom 14. Jh. bis zum Ende des Ancien Régime das Schicksal der Herrschaft Kasteln. Südl. von A. liegt der Weiler Burgrain mit der Kapelle St. Blasius auf einem markanten, freistehenden Hügel. Um 1306 wurde die Kapelle, möglicherweise eine Stiftung der lenzburg.-kyburg. Inhaber von Kasteln, als gotzhus ze Burgrein erstmals erw. Das Patronat wurde 1330 vom Kloster Disentis an Königsfelden verkauft und kam 1333 tauschweise an Ägidius von Rubiswil. Ab 1340 finden sich Patronat, Vogtei und Güter bei den Frh. von Grünenberg, deren Rechtsanspruch auf das frühe 13. Jh. zurückzugehen scheint. 1384 vergabten sie das nun als ecclesia parochialis bezeichnete Gotteshaus an St. Urban, welches 1682 einen Neubau der Wallfahrtskapelle veranlasste.

Bereits um 1306 sind in A. eine Mühle und eine Stampfe nachweisbar. Im 17./18. Jh. entstand eine grössere Handelsmühle, die im 19. Jh. als Kunstmühle, bis zur Verlegung nach Malters 1882, überregionale Bedeutung gewann. Auf der Widumshofstatt von Burgrain stand vom 15. Jh. an eine Mühle, die 1897-98 von der Ziegelei Gettnau zur Elektrizitätserzeugung umgebaut wurde. Auf dem Gutsbetrieb wurde die Armenanstalt bzw. das Bürgerasyl von A. und Ettiswil errichtet (1873-1962), deren Kosten A. 1884 in den Konkurs und zur drohenden Auflösung der Gem. führten. 1888-98 stand A. unter Kuratel. 1962 pachtete die Landwirtschaftsschule Willisau den Hof Burgrain, der seit 1974 das Schweiz. Landwirtschaftsmuseum beherbergt. Noch 1990 dominierte der Agrarsektor mit 46% der Arbeitsplätze gegenüber 37% im 3. und 17% im 2. Sektor. 62% der Erwerbstätigen arbeiteten auswärts.


Literatur
Kdm LU 5, 1959, 6-17
Heimatkunde des Wiggertales 30, 1972, 47-59
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 128 f.

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch