Schlierbach

Polit. Gem. LU, Amt. Sursee, die auf einem Plateau am östl. Hang des Luzerner Surentals liegt und aus dem Dorf S. sowie den Weilern Etzelwil und Wetzwil besteht. 1178 Slierbach. 1850 653 Einw.; 1900 446; 1950 485; 2000 567. Fundamentreste einer röm. Villa. Als Bestandteil der Herrschaft Büron ging S. 1455 an Luzern und unterstand bis 1798 der Vogtei Büron-Triengen. 1798 wurde es der Munizipalität Büron zugeteilt, seit 1844 ist S. eine eigenständige polit. Gemeinde. S. ist nach Büron kirchgenössig, während der Weiler Wetzwil, der 1798-1806 zur Gem. Rickenbach gehört hatte, 1807 der Pfarrei Rickenbach angegliedert wurde. S. und Etzelwil bildeten je eigene genossenschaftlich organisierte Verbände, in denen das Personalrecht galt. Zu Beginn des 19. Jh. zählten in S. und Etzelwil lediglich 66% der Haushalte zu den Taunern, ein im Vergleich zu den umliegenden Gem. tiefer Anteil. Die Privatisierung des Gemeinguts erfolgte in Etzelwil 1806 (Allmend) und 1816 (Wald), in S. 1816. Die textile Heimindustrie bot v.a. bis Mitte des 19. Jh. zusätzl. Verdienstmöglichkeiten. Noch zu Beginn des 21. Jh. war die Gem. landwirtschaftlich geprägt.


Literatur
– F. Kurmann, Das Luzerner Suhrental im 18. Jh., 1985
Eusi Heimet: 150 Jahre Gem. S., 1994

Autorin/Autor: Walter Frey