Schenkon

Polit. Gem. LU, Amt Sursee, am nordwestl. Ufer des Sempachersees gelegen. Die Gem. umfasst das Dorf S. sowie die Weiler Hofstetten, Tann und Zopfenberg. 1173 Scenchofen curtis, 1184-90 Scainchon. Um 1695 ca. 290 Einw.; 1850 671; 1900 572; 1950 686; 1970 701; 1980 1'154; 2000 2'104. Jungsteinzeitl. und bronzezeitl. Siedlungen am Seeufer, eisenzeitl. Gräberfeld, Reste einer röm. Villa. Der Hof S. wurde vermutlich um 1035 von den Gf. von Lenzburg an das Stift Beromünster vergabt. Die hohe Gerichtsbarkeit blieb bis zum Ende des Ancien Régime beim Michelsamt. Der Twing unterstand im 13. Jh. den Herren von S. und kam nach mehreren Besitzerwechseln an die Stadt Sursee. Diese erwarb 1480 mit dem Twing auch das Rormoos sowie bedeutende Waldnutzungs- und Wasserrechte. Ab 1556 erscheint der Vogt des Michels- bzw. Eiamts als Twingherr. Die 1302 erstmals erw. Burg S. wurde im Sempacherkrieg 1386 zerstört. Der nordwestl. Teil von S. gehört seit jeher zur Pfarrei Sursee, der südöstliche zu derjenigen von Oberkirch und erst seit 1809 auch zu Sursee. 1819 erhielt S. bei der Aufteilung des Steuerbriefs Oberkirch einen eigenen Steuerkreis, und 1819-21 wurden die Gemeindegrenzen festgelegt. Die Kapelle, 1443 St. Theobald bzw. St. Diepold und 1693 St. Antonius von Padua geweiht, war der St. Johannespfrund in Sursee inkorporiert. Mit dem neuen Gemeindezentrum erhielt S. 1987 die Kapelle zum Namen Jesu. 1562 bewilligte der Rat von Luzern eine Waldteilung und die Einhegung von Allmendland in S. Um 1730 war ein Baumwollverleger dort ansässig. Die Gem. blieb bis in die 1960er Jahre stark landwirtschaftlich geprägt (u.a. Tabak- und Spargelanbau). Ab 1807 bestanden die Schulkreise S. und Tann. Letzterer umfasste auch die Berghöfe von Gunzwil. Aufgrund der Eröffnung der Autobahn A2 1981 entwickelte sich S. sprunghaft zur Wohngemeinde. 2000 waren gut drei Viertel der Erwerbstätigen Wegpendler.


Literatur
Kdm LU 4, 1956, 359-362
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch