20/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Dänikon

Polit. Gem. ZH, Bez. Dielsdorf, an der linken Seite des Furttals gelegen. 1130 Täninchoven. 1467 7 Haushalte; 1634 88 Einw.; 1799 173; 1850 238; 1900 192; 1950 175; 1970 373; 2000 1'749.

Im 12. und anfangs des 13. Jh. verfügten die Klöster Muri und Einsiedeln sowie das Grossmünster Zürich (nur Zinseinnahmen) über Grundbesitz in D. 1263 gingen die Vogteirechte über D. von Ritter Ludwig von Liebegg ans Kloster Wettingen. Das Habsburg. Urbar weist die hohe Gerichtsbarkeit ("Dub und Frevel") als Bestandteil des Amts Siggenthal aus. Im 15. Jh. gehörte D. zur Herrschaft Alt-Regensberg und kam zusammen mit Dällikon 1468 zur zürcher. Obervogtei Regensdorf. Kirchlich gehört D. zu Dällikon. In der frühen Neuzeit war D. eine Dorfschaft mit Gemeindegut und Einzugsbrief (1634). Das Ried im Furttal wurde gemeinsam mit Dällikon, Otelfingen und Buchs (ZH) als Weide genutzt. In der Helvetik wurde D. mit Dällikon zu einer polit. Gem. vereinigt, blieb aber als Zivilgem. bestehen. Da sich die Leute von D. in den Behörden der polit. Gem. untervertreten fühlten, strebten sie nach Unabhängigkeit und richteten 1833-41 vier gleichlautende Eingaben an den Gr. Rat. Erst nachdem 1841 im Fall der polit. Gem. Stadel ein Präjudiz geschaffen wurde, willigten die Behörden ein, einzelne, in der Helvetik geschaffene Gemeindeverbände wieder aufzulösen. 1843 erreichte D. den Status einer polit. Gem. Die 1877 im ca. 2 km entfernten Otelfingen eröffnete Bahnstation löste keine nennenswerte wirtschaftl. Entwicklung in D. aus. 1885-87 produzierte eine Knopffabrik mit 20 Mitarbeitern. 1919 wurde die Melioration des Riedes vorgenommen, 1921 und 1929 die Absenkung des Furtbaches, 1987 die Waldzusammenlegung. Seit 1921 dient die Waldschenke Altberg als Naherholungsziel. In den 1970er Jahren erfolgte der Einbezug in die Agglomeration Zürich (teils Einfamilienhaus-Quartiere, teils Blocküberbauungen, etwas Industrie).


Literatur
Mitt. der Heimatkundl. Vereinigung Furttal, 1963-
– H. Lüthi, Rosa Schibli, 1895-1990: Wirtin zur Waldschenke Altberg, 1990

Autorin/Autor: Martin Illi