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Knutwil (Gemeinde)

Polit. Gem. LU, Amt Sursee, auf einem Hügelzug am südwestl. Rand des luzern. Surentals gelegen. Die Gem. K. umfasst neben dem Dorf K. die Siedlungen St. Erhard, Eriswil, Wolen, Schaubern und Hitzligen. Anfang 12. Jh. Gnuthwilare (Kopie), 1245 Knutwile. 1574 304 Einw., 1798 1'033; 1850 1'316; 1900 933; 1950 986; 2000 1'583. Von früher Besiedlung zeugen Funde, die auf jungsteinzeitl. Pfahlbauten hinweisen, hallstattzeitl. Grabhügel und Münzen aus röm. Zeit. Anfang 11. Jh. schenkte Gf. Eberhard von Nellenburg die Siedlung K. dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen, das sie zu Beginn des 12. Jh. den Gf. von Frohburg im Tausch gegen andere Güter abtrat. Um 1200 vergabten die Gf. von Frohburg K. dem Stift Zofingen. Die im MA dem hl. Stephan und heute dem hl. Bartholomäus geweihte Kirche wurde 1821-31 neu erbaut. Zur Pfarrei K. gehörte ab 1807 auch das zur Gem. Wilihof (heute Gem. Triengen) zählende, 1484 erstmals erw. Bad K. 1579 gelangte K. an Luzern und blieb bis 1798 Teil der gleichnamigen Vogtei. Eine Offnung datiert von 1274. 1579 wurde erstmals schriftlich festgehalten, dass K. als genossenschaftl. Verband organisiert war. Um 1800 löste sich dieser Verband durch eine nach Realrecht vorgenommene Teilung der Gemeingüter an Allmende (40%) und Wald (60%), die zusammen 45% der landwirtschaftl. Nutzfläche umfasst hatten, auf. Damals zählten ca. 80% der Haushalte in K. zu den Taunern. Ab dem 17. Jh. bot ihnen die textile Heimindustrie alternative Verdienstmöglichkeiten. Diese blühte ab Mitte des 18. Jh. auf und erlebte hundert Jahre später einen jähen Einbruch. Lange blieb K. von Landwirtschaft und regionalem Gewerbe geprägt. Mit dem Bau der Autobahn A2 entwickelte es sich - v.a. im St.-Erhard-Quartier - zunehmend zu einer Wohngemeinde. Auch neue Firmen siedelten sich an, deren Belegschaft grösstenteils aus Zupendlern besteht.


Literatur
Kdm LU 4, 1956, 238-244
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– F. Kurmann, Das Luzerner Suhrental im 18. Jh., 1985

Autorin/Autor: Walter Frey